Italien: Kirche warnt vor Eingetragener Partnerschaft

Dass die italienische Regierung unter Ministerpräsident Matteo Renzi an der rechtlichen Anerkennung homosexueller Beziehungen arbeitet, scheint dem Vatikan zu missfallen. Derzeit wird im Senat unter der Federführung von Renzis Mitte-Links-Partei PD die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften auch in Italien diskutiert.

Der Entwurf sieht eine weitreichende Gleichstellung zwischen Eingetragenen Partnern und Ehepartnern vor. So soll ein gemeinsamer Familienname ausgewählt werden können. Auch die Stiefkind-Adoption – das Adoptieren des leiblichen Kindes eines Partners – wird nach dem aktuellen Entwurf für schwule und lesbische Paare geöffnet. Unabhängig von der amtlichen Registrierung soll Paaren künftig gestattet werden, den Partner im Krankenhaus zu betreuen oder dessen Mietvertrag zu übernehmen.

Auch, wenn über eine Öffnung der Ehe oder der Fremdkind-Adoption in Italien noch nicht einmal nachgedacht wird, geht der aktuelle Entwurf der römisch-katholischen Kirche offenbar zu weit. „Man darf Situationen nicht mit demselben Namen bezeichnen, die objektiv unterschiedlich sind, wie Lebenspartnerschaften und die auf der Ehe basierende Familie“, warnte Bischof Nunzio Galantino, der Sekretär der italienischen Bischofskonferenz.

„Es wird sonst eine Zeit kommen, in der Familien mit einem Vater, einer Mutter und Kindern sich für ihre Existenz entschuldigen werden müssen“, warnt Galantino weiter vor der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für schwule und lesbische Paare.

Die Kritik der Kirche fällt bei Renzis Koalitionspartner, der rechtskonservativen Nouvo Centro Destra (NCD), auf fruchtbaren Boden. Auch sie äußert Bedenken zu den Plänen des Mitte-Links-Premier.

Italien und Griechenland sind die letzten westeuropäischen Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Paare keine Möglichkeit haben, ihre Beziehung rechtlich einzutragen. Matteo Renzi reagiert mit dem Gesetzesentwurf auch auf einen Vorstoß einiger Bürgermeister.

Denn zuletzt sind in einigen Städten auch schwule und lesbische Paare ins städtische Eheregister eingetragen worden, unter anderem in Neapel, Bologna und Udine. Auch der Bürgermeister von Rom hat angekündigt, das Register für gleichgeschlechtliche Paare öffnen zu wollen.