Jeder zweite Russe will keinen schwulen Nachbarn

Die russischen Gesetze gegen „Homo-Propaganda“ zeigen Wirkung: Einer repräsentativen Umfrage eines US-amerikanischen Meinungsforschungsinstitut zufolge ist die Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der russischen Bevölkerung deutlich gesunken.

So hat das Institut NORC Ende des letzten Jahres mehr als 2000 Russen unter anderem gefragt, wen sie nicht als Nachbarn haben wollten. Das Ergebnis: 51 Prozent wollen keine Schwulen oder Lesben an der Nebentür. Noch unbeliebter sind nur Drogenabhängige, Alkoholiker und verurteilte Straftäter.

Bei der letzten Umfrage im Jahr 2012 wollten „nur“ 38 Prozent keine homosexuellen Nachbarn. Damit gab es bei keiner anderen Gruppe innerhalb der letzten zwei Jahre einen größeren Akzeptanz-Verlust wie bei Schwulen und Lesben.

Fast zwei Drittel der Befragten – nämlich 63 Prozent – sind auch dagegen, dass die Gesellschaft als Ganzes Homosexuelle akzeptiert. 20 Prozent sind dafür, 14 Prozent haben dazu keine Meinung.

Oft geht der Hass auf Homosexuelle auch mit Anti-Amerikanismus und einer Ablehnung westlicher Werte einher. So sind zwei Drittel der Russen, die keinen schwulen oder lesbischen Nachbarn haben wollen, auch gegenüber den USA negativ eingestellt.

Auch die Ablehnung des Westens hat im Vergleich mit der letzten Umfrage zugenommen. Hatten im Jahr 2012 noch 25 Prozent der Befragten ein Problem mit den USA und 11 Prozent mit der EU, stieg dieser Wert rasant an: Zwei Jahre später haben fast zwei Drittel der Befragten eine negative Meinung von den USA, 49 Prozent finden die EU schlecht.