Angriff auf schwules Paar in Freiburg: Nasenbeinbruch

Im deutschen Freiburg ist ein Paar vor einer Woche beim Fortgehen angegriffen worden, weil es schwul ist. Einer der beiden Männer erlitt unter anderem eine gebrochene Nase.

Die Tat ereignete sich bereits letzten Sonntag gegen 5.30 Uhr. Die beiden Männer, 19 und 23 Jahre alt, waren gerade am Heimweg von einer Disco im Bermudadreieck. Dabei hatten sie eine verbale Auseinandersetzung. „Irgendwer rief ’Oho! Beziehungsprobleme? Küsst euch doch mal!“, erinnert sich der 19-Jährige. „Das haben wir dann auch gemacht.“

Doch das dürfte drei weiteren jungen Männern nicht gefallen haben. Als sie von einer Gruppe überholt wurden, beschimpfte sie einer der Männer das Paar als „Schwuchteln“. Wie der 19-Jährige der „Badischen Zeitung“ berichtet, fragte er die Gruppe, was die Beleidigung solle – doch da bekam er schon den ersten Faustschlag aufs linke Auge.

„Ich weiß nicht mehr, ob er mich mit der Faust oder mit seinem Kopf erwischt hat, ich spürte nur den Schlag im Gesicht und fiel zurück“, erinnert sich der 19-Jährige an die Tat.

Während der 19-Jährige ins Krankenhaus gebracht wurde, flüchteten der Täter und seine Freunde. Der Täter ist etwa 20 bis 25 Jahre alt, hat kurze blonde Haare und ist 1, 70 bis 1,75 Meter groß. Er konnte noch nicht gefasst werden.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte eine gebrochene Nase, einen gebrochenen Orbitalknochen, eine Platzwunde am Augenlid und zwei abgesplitterte Backenzähne fest. Einer Operation entging der 19-Jährige nur knapp.

Nun ist die Freiburger Polizei in der Kritik: Denn erst am Freitag, fast eine Woche nach dem Angriff, wandte man sich mit der Suche nach Zeugen an die Öffentlichkeit. „Ich habe mehrmals angerufen und bin vertröstet worden. Hätte ich mich nicht gekümmert, wäre bestimmt nichts mehr passiert.“, so der 19-Jährige.

Die Polizei entgegnet: Man habe erst jetzt erfahren, wie schwer die Verletzungen gewesen seien, so Pressesprecherin Laura Risse zur „Badischen Zeitung“. „Wir haben heute erst erfahren, wie schwer das Opfer verletzt war. Bisher war uns nur eine Platzwunde bekannt; wir gingen von einer einfachen Körperverletzung aus“, erklärt sie.

Doch auch daran, wie die Polizei jetzt Zeugen sucht, gibt es Kritik: Denn dass es sich um einen homophoben Angriff handelt, wird in der Pressemitteilung elegant verschwiegen. Sogar, dass die Opfer ein schwules Paar ist, wird in dem Satz „Ein 19-jähriger Mann befand sich mit seinem Freund…“ sehr neutral beschrieben.