Olivia Jones: Lehrer hielten sie für ‚abartig‘

Von Hamburg aus hat Olivia Jones den deutschen Sprachraum erobert. Doch die schrille und erfolgreiche Drag Queen war sie nicht immer. In einem Sonntagsinterview im Hessischen Rundfunk hat sie unter anderem auch über ihre Jugend und Schulzeit in der niedersächsischen Provinz gesprochen.

„Meine Lehrer haben gesagt, dass ich abartig bin“, erinnert sie sich bei „Bärbel Schäfer live“. Für viele war sie ein Hassobjekt, auch Gewalt hat sie erlebt. „Ich sah aus wie eine schwule Fledermaus, bisschen geschminkt, hochtoupierte Haare. Das war für viele peinlich, und meine Mutter musste sogar zum Rektor“, erinnert sich Olivia Jones. Doch den Gegenwind hat sie „als Rückenwind genommen“: So konnte sie ihre Schlagfertigkeit und ihr Selbstbewusstsein ausbilden.

Gegenüber Bärbel Schäfer sagte Olivia Jones, dass sie eine Persönlichkeitsstörung habe, die sie beruflich nutzen könne. „Sobald ich öffentlich auftrete, bin ich Olivia, privat bin ich Oliver“, erklärt die Drag-Queen. „Auf der Bühne kann ich wie ein verrücktes Huhn rumhüpfen, daher bin ich privat ausgeglichen. Das ist eine tolle Therapie“, verrät die 45-Jährige.

In dem Sonntagsinterview sprach Olivia Jones auch über ihren Einsatz für Toleranz gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Hier habe sich viel zum Positiven geändert, gab sie zu. „Trotzdem muss in Sachen Diskriminierung viel gemacht werden. Das Wort schwul steht mittlerweile für eklig. Es wundert mich schon sehr, dass wir darüber überhaupt noch sprechen müssen, wir sind doch nicht im Mittelalter“, ärgert sich die Drag Queen.