Bayern: Bürgermeister will lesbischer Hortleiterin helfen

Dass in Oberbayern eine lesbische Hortleiterin eine von der Caritas getragene Einrichtung verlassen muss, weil sie ihre Freundin heiratet, sorgt weiter für Unverständnis. Nun hat sich sogar der CSU-Bürgermeister für die Frau eingesetzt – doch bis jetzt ohne Erfolg.

„Ich als bekennender Christ halte diese Spielregeln für falsch“, macht Olaf von Löwis, CSU-Bürgermeister von Holzkirchen, im Münchner „Merkur“ seine Sichtweise klar. Nicht nur aus gesellschaftspolitischen Gründen – sondern auch, „weil wir Personal brauchen“.

Doch mehr als gut zureden kann der Bürgermeister der Caritas als Trägerin des Hortes nicht – auch, wenn es vorwiegend aus öffentlichen Mitteln bezahlt wird. Die Caritas bleibt auf dem Standpunkt: Das Privatleben der Hortleiterin „widerspricht der Grundordnung des kirchlichen Dienstes“.

Die Hortleiterin muss also gehen – obwohl das dem Wunsch der Gemeinde widerspricht, die zusätzlich zu den Subventionen auch den Verlust der Einrichtung deckt. „Das Geld kommt vom Staat. Konsequenz: Träger austauschen!“, fordert ein User deshalb. Doch das ist nicht so einfach – mangels Alternativen. „Ich wüsste nicht, wo wir die über 100 Kinder sonst unterbringen sollten“, gibt auch der Bürgermeister offen zu.

In der Gemeinde versteht man die Haltung der Caritas nicht. „Mir wäre es wichtiger, dass die Chefin ihre Arbeit gut macht“, heißt es in dem Kommentaren im „Merkur“ weiter. Und auch Olaf von Löwis möchte sich dafür einsetzen, „der Dame zu helfen, dass sie eine neue, adäquate Stelle bekommt“.