Österreich ist gegenüber Lesben und Schwulen tolerant

Österreich wird toleranter – vor allem, wenn es um die Akzeptanz von Lesben und Schwulen geht. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts „meinungsraum.at“ im Auftrag des Mauthausen Komitees.

Für die Studie wurden 1.000 Österreicher online befragt. Dabei gaben 78 Prozent der Befragten an, sich nicht daran zu stören, wenn ein Familienmitglied sich als homosexuell outet. Auch die Frage einer gleichgeschlechtlichen Ehe im Familienkreis wird mit 77 Prozent im lesbischen Fall und mit 71 Prozent im schwulen Fall toleriert. Einzig bei der Frage, ob man sich daran stört, wenn zwei Männer ein Kind adoptieren, fällt mit 59 Prozent die Zustimmung etwas moderater aus. Bei den Männern sind hier die Vorbehalte´deutlich größer als bei den Frauen, was auch für die Generation 60 plus in dieser Frage gilt.

Noch weniger Vorbehalte gibt es gegenüber anderen Nationalitäten. 82 Prozent haben kein Problem mit einem Zahnarzt aus Afrika, 79 Prozent nicht mit einem türkischstämmigen Operateur. Eine Frau als Chefin stört „lediglich“ zehn Prozent der Befragten, ein Kollege im Rollstuhl wird von 94 Prozent akzeptiert.

Doch wenn es um den Islam geht, geht die Toleranz der Österreicher merkbar zurück: 65 Prozent sind gegen den Übertritt eines Familienmitglieds zum Islam, 64 Prozent gegen eine Moschee in der Nachbarschaft.

Insgesamt sind die Ergebnisse der Studie aber positiv zu bewerten. „Wenn ich das aus meiner Laufbahn betrachte, traue ich mich definitiv zu sagen: Österreich wird toleranter“, so Christina Matzka von „meinungsraum.at“. Und auch Willi Mernyi, Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Je toleranter Menschen sind, desto weniger sind sie empfänglich für autoritäre Handlungsmuster – und umgekehrt.“