Schwulen bei Date fast getötet: Neun Jahre Haft für Ungarn in München

Für ein Sexdate, das fast als Raubmord endete, wurde ein 43-Jähriger in München zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts München II stand Anfang der Woche Gabor S., ein ungarischer Staatsbürger ohne festen Wohnsitz. Er war wegen schweren Raubes und Körperverletzung angeklagt.

Über eine schwule Dating-Plattform lernt Gabor S. sein späteres Opfer, einen 65-Jährigen, kennen. Man verabredet sich in dessen Wohnung in Dachau. Doch das Date endete für das Opfer anders als gedacht: So schlägt der Angeklagte mit einer Sektflasche und einem Fleischklopfer auf den Mann ein. Die Schläge sind so heftig, dass die Sektflasche dabei zerbricht und der Fleischklopfer zerbricht. Trotzdem bleibt der Pensionist bei Bewusstsein und wehrt sich. Das könnte ihm das Leben gerettet haben: Der Angeklagte floh mit einem Handy und einer Goldkette, die er im Pfandhaus zu Geld machte.

Der 65-Jährige überlebt den Angriff von Gabor S., bei dem er unter anderem einen Schädelbasisbruch erlitten hat. Bis heute hat er noch Probleme mit dem Sehvermögen. Der Angeklagte habe seinem Opfer „ganz erheblich psychisches und physisches Leid“ – davon ist Richter Martin Rieder im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ überzeugt.

Der Richter ist davon überzeugt, dass der Angeklagte nur deshalb Kontakt mit schwulen Männern gesucht hat, um diese auszurauben. Mit dem Strafmaß von neun Jahren liegt der Richter sogar über dem Vorschlag des Staatsanwalts. Dieser hatte nur achteinhalb Jahre Haft für Gabor S. gefordert. Sein Verteidiger war der Meinung, dass vier Jahre und drei Monate Gefängnis für diese Tat ausreichend seien.