NEOS, Grüne und SPÖ fordern Ehe-Öffnung auch in Österreich

Dass sich die Iren bei einer Volksabstimmung mit großer Mehrheit für eine Öffnung der Ehe ausgesprochen haben, sorgt auch in Österreich für Diskussionsbedarf.

Gleich, nachdem das Ergebnis der Volksabstimmung bekannt geworden ist, twitterte NEOS-Parteichef Matthias Strolz „Hoffentlich morgen!“. In einer Aussendung legt er noch einmal nach: Strolz, der selbst in Dublin gelebt hat, fordert von der ÖVP, sich an Irland ein Beispiel zu nehmen und die Ehe auch in Österreich für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

„Irland soll ja bekanntlich konservativ und streng katholisch sein -und nun? Bewegung ist möglich. Irland schreibt Geschichte. Hier geht’s nicht um Ideologie sondern um Respekt vor Vielfalt.“, so Strolz. Er macht klar: „Dort wo Menschen in Liebe zueinander Verantwortung füreinander übernehmen, dort sollte ihnen der Staat keine Steine in den Weg legen.“

Ulrike Lunacek, offen lesbische Europaparlamentarierin der Grünen, meinte, es sei „höchst an der Zeit, dass andere Länder – und allen voran Österreich – nachziehe“. Auch die SPÖ sieht das irische Votum als „Signal an andere Länder in Europa“ – und offenbar auch an den Koalitionspartner ÖVP, der sich sogar gegen eine versprochene Beseitigung bestehender Diskriminierungen wehrt.

Die Sozialistisch Jugend (SJ) warf der ÖVP deshalb sogar „Scheinheiligkeit“ vor: Die Volkspartei gebe sich „zwar weltoffen“, habe aber die Beseitigung von Diskriminierungen bisher wiederholt „erfolgreich verhindert“, ärgert sich SJ-Obfrau Julia Herr. Denn: „Nachdem Anfang des Jahres vom Verfassungsgerichtshof das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare gekippt wurde, ist der logische nächste Schritt auch die Gleichstellung im Eherecht“, so sie Jungsozialistin.