Irland-Referendum als Motor für Eingetragene Partnerschaft in Italien?

Das irische Referendum für eine Öffnung der Ehe hat auch Einfluss auf die Lage in Italien. Das katholisch dominierte Land ist – gemeinsam mit Griechenland – der letzte Staat Westeuropas, in dem schwule und lesbische Paare keine Möglichkeit haben, ihre Beziehung amtlich bestätigen zu lassen.

Doch durch die Volksabstimmung in Irland sieht die regierende „Partito Democratico“ (PD) Aufwind. Sie hat bereits einen entsprechenden Entwurf zur Einführung Eingetragener Partnerschaften in die entsprechenden Parlamentsausschüsse eingebracht. Dieser muss in einem nächsten Schritt von der Justizkommission des Senats abgesegnet werden.

Vorbild für Italien ist dabei das deutsche Modell der Eingetragenen Lebenspartnerschaften. Schwulen und lesbischen Paare sollen dadurch die gleichen Rechte wie heterosexuellen Ehepaaren garantiert werden. Beim Steuerrecht, Erbrecht, Adoptions-, Unterhalts- und Zeugnisverweigerungsrecht würden für Verpartnerte dann die gleichen Rechte und Pflichten gelten wie für heterosexuelle Ehepartner. Homosexuelle Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, sollen in Italien automatisch als Lebenspartnerschaften registriert werden.

Umstritten ist beim Gesetzentwurf jener Passus, wonach ein Lebenspartner das Kind des Lebensgefährten adoptieren kann. Homosexuellen-Paare dürfen jedoch keine Kinder adoptieren, die nicht mit einem der beiden Partner verwandt sind.

Lorenzo Guerini, Vizesekretär der PD meinte gegenüber der Tageszeitung „La Stampa“, er gehe davon aus, dass es im Parlament bis zum Sommer eine Einigung über ein entsprechendes Gesetz geben werde. Dieses sollte dann bis um Ende des Jahres in Kraft treten. Allerdings gibt es auch Gegenwind innerhalb der Regierungskoalition: Die konservative NCD ist gegen eine Einführung Eingetragener Lebenspartnerschaften.