Grönland öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Auch Grönland hat die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet. Ein entsprechender Antrag wurde am Dienstag ohne Gegenstimme beschlossen: 27 Abgeordnete stimmten dafür, zwei enthielten sich. Die Öffnung tritt am 1. Oktober in Kraft.

Damit übernimmt Grönland, das in der Innenpolitik autonom ist, die dänische Regelung. Dort ist die Ehe bereits seit dem Sommer 2012 geöffnet.

Das Gesetz bietet schwulen und lesbischen Grönländern auch die Möglichkeit, in Kirchen zu heiraten. Auch die Möglichkeit der Stiefkindadoption ist – wie zuvor bei der Lebenspartnerschaft – möglich. Eine vollständige Öffnung des Adoptionsrechts ist geplant, verzögert sich aber.

Eigentlich hätte die Ehe in Grönland schon im letzten Jahr geöffnet werden sollen – doch die Abgeordneten brachten den Antrag versehentlich zu spät ein. Auch jetzt ging die Ehe-Öffnung eher unspektakulär über die Bühne: Da der Beschluss nach Redaktionsschluss der meisten grönländischen Zeitungen gefällt wurde, berichteten internationale schwul-lesbische Medien am Mittwoch vor der heimischen Presse.

Homosexuelle Handlungen sind in Grönland – wie auch in Dänemark – seit 1933 legal, das Schutzalter wurde 1977 dem von Heterosexuellen angeglichen. Die Eingetragene Partnerschaft wurde in Grönland 1996 eingeführt, sieben Jahre nach Dänemark. Im Jahr 2006 wurde Lesben die In-Vitro-Fertilisation erlaubt, 2008 ein Anti-Diskriminierungsgesetz verabschiedet. Seit 2010 gibt es in der 16.200 Einwohner zählenden Hauptstadt Nuuk auch eine Lesben- und Schwulenparade.