Tunesien: Lesben- und Schwulengruppe entzürnt Geistliche

Regierung beruhigt: "Keine Homo-Verteidiger, sondern nur Betreuer"

Flagge von Tunesien
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Auch in Tunesien emanzipieren sich Lesben und Schwule: Eine Initiative mit dem Namen „Shams“ („Sonne“) fordert nun die offizielle Anerkennung – und sorgt damit für heftige Diskussionen. Der tunesische Mufti und andere islamische Geistliche warnten die Regierung in einem offenen Brief davor, dieser „Verletzung islamischer Werte“ zuzustimmen.

Diese versuchte zu beruhigen: Ein Vertreter der Regierung betonte in einem tunesischen Radiosender, dass die Initiative „nicht als Organisation zur Verteidigung von Homosexualität zugelassen“ sei. „Shams“ solle lediglich die „Betreuung sexueller Minderheiten“ übernehmen: Zu deren Aufgabengebieten gehöre auch die Verteidigung von Menschenrechten sowie die Aufklärung über Geschlechtskrankheiten, so die tunesische Regierung.

Homosexualität ist in Tunesien ein Tabuthema – und verboten: Gleichgeschlechtliche Handlungen können in dem islamisch dominierten Land mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.