Oberhaupt der deutschen Protestanten für Gleichstellung von Lesben und Schwulen

Immer mehr öffentliche Würdenträger sprechen sich für eine Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland aus. Unter ihnen ist nun auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Heinrich Bedford-Strohm. „Die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau wird dadurch kein bisschen geschmälert“ sagt er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Die evangelische Kirche in Deutschland ist in vielen Teilen erheblich liberaler als ihre römisch-katholischen Glaubensbrüder: So erlauben einige der unabhängigen Landeskirchen schwulen Pfarrern, gemeinsam mit ihrem Partner im Pfarrhaus zu wohnen. Auch eine Angleichung der Segnungszeremonien für hetero- und homosexuelle Paare ist beispielsweise in Berlin-Brandenburg in Planung.

In der römisch-katholischen Kirche tun sich offenbar auch Laien schwer, die Gleichstellung von Lesben und Schwulen zu akzeptieren. So meinte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), der ehemalige CSU-Politiker Alois Glück, die Gemeinschaft von Frau und Mann sei „die einzige Verbindung, aus der Kinder hervorgehen können“. Dieser „für die Gesellschaft bedeutsame Sachverhalt“ führe eben zu der Überzeugung, „dass man das Eigenprofil der Ehe nicht schwächen sollte, indem man die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der Ehe in allen Aspekten gleichstellt“.

Doch dabei dürfte er nicht ganz die Meinung der Gruppen teilen, die er als ZdK-Chef vertritt: Vor drei Wochen hatte die Vollversammlung des ZdK eine „Weiterentwicklung von liturgischen Formen“ gefordert. Dazu gehöre auch eine „vorbehaltlose Akzeptanz des Zusammenlebens in festen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und eine klare Positionierung gegen noch bestehende Ausgrenzungen und Abwertungen homosexueller Menschen.“