Nach Ja zur Ehe-Öffnung: Keine Eheschließungen mehr in irischen Kirchen?

In Irland könnte es künftig in römisch-katholischen Kirchen keine standesamtlich gültige Hochzeiten mehr geben: Nach dem Ja der Bevölkerung zur Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare drohen die Bischöfe mit einem Ende dieses Teils der Zeremonie.

Die irische Bischofskonferenz müsse in diesem Monat darüber entscheiden, ob der staatliche Teil der Zeremonie weiter von Priestern ausgeübt werden könne, sagte der irische Primas, Erzbischof Eamon Martin, irischen Presseberichten zufolge.

Er selbst sehe nach dem Ja zur Ehe-Öffnung „keine Perspektive“ für Schließungen gleichgeschlechtlicher Ehen in der Kirche – obwohl dieser Aspekt bis jetzt nicht zur Debatte stand.

Es brauche eine Rückbesinnung auf die Seelsorge von Menschen, die „am Rande der Gesellschaft stehen und stigmatisiert werden“, so Martin. Das gelte auch für Homosexuelle. Weiters müsse die römisch-katholische Kirche in Irland Wege finden, verschiedene Arten von Familien und Beziehungen mit der christlichen Botschaft zu erreichen und gleichzeitig weiter für die Ehe zwischen Mann und Frau zu werben, so Martin.