Schweden: Politiker vergleicht Regenbogenflagge mit Hakenkreuzfahne

Einen äußerst unpassenden Vergleich zog der schwedische Christdemokrat Morgan Emgardsson, Abgeordneter im Gemeinderat vom Surahammar. Als darüber diskutiert wurde, ob auf dem Rathaus die Regenbogenflagge gehisst werden soll, verglich er diese nämlich mit der Hakenkreuzfahne.

Emgardsson ist dagegen, das Rathaus mit dem Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung zu beflaggen. Sein Argument: Erlaube man die Regenbogenflagge, müsse man auch die Beflaggung mit Hakenkreuzfahnen erlauben.

Eine Meinung, die außer dem Provinzpolitiker niemand zu teilen scheint. Seine Äußerung erregte auf jeden Fall weit über die Gemeindegrenzen von Surahammar die schwedische Politik. Der sozialdemokratische Reichstagsmandatar Olle Thorell bezeichnete die Äußerung als „furchtbar“ und bescheinigte seinem Politikerkollegen eine „seltsame Sichtweise“. Die Zentrumsabgeordnete Eva Björck wies darauf hin, dass die Regenbogenfahne ein Symbol der Gleichberechtigung sei – was man von der Nazi-Flagge nicht behaupten könne.

Genutzt haben die deutlichen Worte von Emgardsson nichts – das Rathaus von Surahammar wird von 25. bis 27. Juni während der Pride-Parade im nahen Västeras bunt beflaggt: Der Gemeinderat beschloss das Hissen der Regenbogenfahne mit großer Mehrheit. Emgardsson stimmte dagegen.