Ende des Blutspende-Verbots: Grüne blitzen im Parlament ab

Nicht durchsetzen konnten sich Grüne und NEOS im Nationalrat mit ihrer Forderung, die Möglichkeit der Blutspende auch schwulen Männern zugänglich zu machen. Ein entsprechender Antrag der Grünen wurde abgelehnt.

Die Grüne Gesundheitssprecherin Eva Mückstein verwies auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach ein Ausschluss ausschließlich aufgrund der sexuellen Orientierung nicht erlaubt sei. „Obwohl es ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gibt, dass homosexuellen Männern in Zukunft nur unter bestimmten Bedingungen dauerhaft das Blutspenden verwehrt werden kann, zeigen SPÖ und ÖVP keinerlei Bewusstsein für die Thematik“, kritisiert die Grüne.

Kritik am Blutspende-Fragebogen des Roten Kreuzes gab es vom NEOS-Abgeordneten Michael Pock. Noch immer werde hier abgefragt, ob man als Mann Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann gehabt habe, bemängelte Pock.

Kein Verständnis für den Versuch der Grünen, schwulen Männern die Blutspende zu ermöglichen, kommt von der ÖVP: Für die Volkspartei nahm Dorothea Schittenhelm Stellung zu dem Grünen Antrag. Sie könne nicht verstehen, „warum sich immer Homosexuelle betroffen fühlen“.

Der Fragebogen des Roten Kreuzes umfasse 29 Fragen, die vom Krankenstand über Allergien bis hin zu Drogenkonsum reichen würden. Alle diese Fragen würden sich um den persönlichen Gesundheits- und Lebensstil drehen, so Schittenhelms, denn „es sei eben so, dass sich HIV-Infizierte eher im Bereich der Homosexuellen befinden“.

Eine Aussage, die für den NEOS-Abgeordneten „sehr nahe am Unwahren“ liegt: Laut einem Bericht des Gesundheitsministeriums 2009 seien 43 Prozent der Neuerkrankungen bei Heterosexuellen und 42 Prozent bei Homosexuellen zu finden, erklärte Pock.