Zehn Jahre Ehe-Öffnung in Spanien: Ein großer Erfolg

Es war eine historische Entscheidung, die das spanische Parlament am 30. Juni 2005 getroffen hat: Mit 187 zu 147 Stimmen wurde die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet. Nach den Niederlanden und Belgien war das katholische Land erst der dritte Staat der Welt, der dies getan wurde. Keine zwei Wochen später, am 11. Juli, gaben sich Emilio Menendez and Carlos Baturin nach 30 Jahren Beziehung als erstes schwules Ehepaar Spaniens das Ja-Wort. Zehn Jahre danach ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Und diese ist durchaus positiv: So haben insgesamt 31.610 gleichgeschlechtliche Paare eine Ehe geschlossen. Lesben und Schwule sind auch in der gesellschaftlichen Mitte Spaniens angekommen: In einer Umfrage aus dem Jahr 2013 befürworten 88 Prozent der Bevölkerung die Aussage, dass die Gesellschaft Homosexualität akzeptieren solle. Zum Vergleich: In den USA lag dieser Wert nur bei 60 Prozent.

Und auch rechtlich ist die Ehe-Öffnung, die vom sozialistischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero betrieben wurde, abgesichert: Die damals oppositionelle Volkspartei unter dem jetzigen Regierungschef Manuel Rajoy klagte gegen die Ehe-Öffnung – und scheiterte: Das Verfassungsgericht erklärte sie mit einer deutlichen Mehrheit von 8 zu 3 Stimmen für verfassungsgemäß.

Für Zapatero ist die Öffnung der Ehe auch der wichtigste Meilenstein seiner politischen Karriere. Als er nach seiner Amtszeit gefragt wurde, auf welche seiner Entscheidungen er besonders stolz sei, antwortete er: „Wenn ich mir überlege, was mir am meisten Dank und Anerkennung eingebracht hat, wäre es das Gesetz zur Öffnung der Ehe. Es vergeht kaum eine Woche, ohne dass mich jemand daran erinnert oder mir dafür dankt. Ja, es ist eine Entscheidung, die Spuren hinterlassen zu haben scheint“.