Homophober Angriff nach dem CSD München

In München endete der Christopher Street Day am Samstag für einen Teilnehmer gewaltsam: Er wurde auf dem Weg nach Hause angegriffen.

Es war gegen 19.00 Uhr, als der 18-jährige Marcel Rohrlack, seit Jänner Sprecher der Grünen Jugend München, und sein 28-jähriger Freund, nach der Parade und dem anschließenden Straßenfest auf den Weg nach Hause machten. Beide trugen Drag und Stöckelschuhe: Rohrlack in weißem, sein Freund in rotem Kleid.

Auf Höhe des Ostbahnhofs, kurz vor der Wohnung von Rohrlacks Freund, traf das Paar dann auf eine Gruppe Männer um die 20. Diese pöbelte das die Beiden an. „Da fielen Sprüche wie: ‚Seid ihr schwul, oder was?‘ oder ‚Schämt ihr euch nicht?‘“, erinnert sich Marcel gegenüber dem deutschen Online-Portal queer.de.

Die Männer hätten sie bis in die Orleansstraße verfolgt. Als die Gruppe dann mitbekommen hatte, dass das Paar in einem der Häuser wohnt und dann verschwinden würde, ging alles ganz schnell: Einer der Männer schlug mit der Faust in das Gesicht von Marcel Rohrlack. Dessen Sonnenbrille zersplitterte, dadurch erlitt er eine Schnittverletzung, die im Klinikum Rechts der Isar genäht werden musste.

Sein Freund verfolgte dann die Angreifer und rief die Polizei. Als er auch bedroht wurde, hielt er sich zurück. Die Gruppe konnte in einen Park flüchten. Die eintreffenden Polizeibeamten konnten die Männer dann nicht mehr finden.

Den Angriff hat Marcel Rohrlack selbst mit einem Facebook-Posting öffentlich gemacht. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Be proud!“, erklärt er das Motiv dazu.

Die Täter sind noch flüchtig. Bei der Polizei liegt eine Anzeige Rohrlacks gegen Unbekannt vor, die Ermittlungen liefen, so eine Polizeisprecherin.

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