US-Pfadfinder erlauben auch schwule Betreuer

In den USA dürfen sich künftig auf offen Schwule bei den Pfadfindern engagieren. So hat der 17-köpfige Vorstand der Boy Scouts of America am Montag einstimmig beschlossen, dass die sexuelle Orientierung bei erwachsenen Pfadfinderleitern kein Grund mehr ist, diese auszuschließen.

Die Entscheidung muss jetzt noch am 27. Juli bei einem Treffen des Exekutivausschusses bestätigt werden. Nachdem der Vorstand sich aber einstimmig für ein Ende des Verbotes eingesetzt hat, gilt auch die Zustimmung bei diesem 80 Mitglieder starkem Gremium als sicher.

Für die US-Pfadfinder ist das bereits die zweite große Änderung ihrer Richtlinien gegenüber schwulen Mitgliedern: Mitte 2013 hatte die Organisation beschlossen, dass homosexuelle Pfadfinder unter 18 Jahren als Pfadfinder dienen dürfen – für Ausbildner und Betreuer galt dies aber nicht. Mit ihrer Volljährigkeit mussten schwule Pfadfinder deshalb die Organisation verlassen.

Allerdings gibt es Ausnahmen zum vollständigen Ende des Homo-Verbots für schwule Pfadfinder: So dürfen Gruppen, die von Kirchen betrieben werden, weiterhin homosexuelle Mitglieder wegen ihrer sexuellen Orientierung ablehnen – und das ist ein Großteil der US-Pfadfindergruppen.

So werden beispielsweite ein Viertel der Pfadkindergruppen von Mormonen betrieben. Diese haben bereits angekündigt, man werde weiterhin nur Pfadfinderleiter einsetzen, die „unsere Doktrin und unseren Glauben“ akzeptierten.

Für Lesben- und Schwulenaktivisten ist die Entscheidung des Vorstandes der Boy Scouts of America trotzdem ein „Schritt in die richtige Richtung“, wie es Zach Wahls von den „Scouts for Equality“ bezeichnet. „Aber wir machen uns noch Sorgen, dass Gruppen weiterhin feindlich gegenüber bestimmten Pfadfinderleitern eingestellt sind“, fügt er hinzu.

In Österreich sind die Pfadfinder traditionell lesben- und schwulenfreundlicher: So hatten die „Rainbow Scouts“ auch dieses Jahr bei der Regenbogenparade einen eigenen Wagen.