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Angela Merkel möchte Homophoben die Meinung sagen – aber die Ehe nicht öffnen

Der „Bürgerdialog“, den die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch mit Schülern in Rostock geführt hat, scheint zu einem kleinen PR-Debakel zu werden. In den sozialen Medien herrscht Empörung darüber, wie die deutsche Bundeskanzlerin mit einem Flüchtlingsmädchen umgegangen ist, das um seinen Aufenthaltsstatus bangt. Doch auch zu einem schwulen 17-Jährigen war die mächtigste Frau der Welt nicht wirklich freundlich.

Der Bursche, der selbst schwul ist, fragte Angela Merkel nach der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule für Deutschland. Die Antwort der Bundeskanzlerin war wenig überraschend: „Wir haben ja sehr lange, und für mich ist das persönlich nach wie vor so, gesagt: Die Ehe, das ist die Verbindung aus Mann und Frau.“

Dann sei die Gesellschaft „Gott sei Dank“ offener geworden, führt Merkel weiter aus – „und dass man heute darüber sehr offen reden kann, sagen kann: Ich bin homosexuell, ich bin schwul, ich bin lesbisch“. Und für diese Menschen gebe es eben die Eingetragene Lebenspartnerschaft. Zu diesem Thema gebe es „gespaltene Meinungen. Und ich sage: Man muss einfach auch sehr bedachtsam an die Sache herangehen“, ist die deutsche Bundeskanzlerin überzeugt.

Unter den rund 30 Schülern war das Thema auf jeden Fall keine gespaltene Meinung. Sie waren einstimmig für eine Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare. Das beeindruckte die Kanzlerin nicht. Wenn es in allen Parteien eine Mehrheit gebe wie in dieser Gruppe, werde man „sicherlich auch einen Veränderungsprozess in der Gesellschaft haben. Ich glaube, im Augenblick ist es in der Gesellschaft noch nicht so ganz eindeutig, wie es jetzt hier in dieser Gruppe ist.“

Das ist eine Antwort, die nicht zufrieden stellt – auch nicht den 17-Jährigen Fragesteller. Er sagte Angela Merkel, dass es für ihn „totaler Quatsch“ sei, dass die Grenze bei der Ehe gezogen werde. Auch die Gesellschaft sei nicht, wie von Merkel behauptet, offener geworden. Er selbst sei im Bus als Schwuler beleidigt worden – „das ist Realität“. Außerdem kenne er Menschen, die in der Schule „gemobbt, verprügelt“ worden seien.

Die Täter hatten dabei offenbar Glück, dass Angela Merkel zu diesem Zeitpunkt gerade Deutschland regieren musste. Denn: „Wo mir das begegnet, da kriegt jedenfalls derjenige die Meinung gesagt“, erklärte „Mutti“ dem 17-Jährigen.