Kenia: 19 homofreundliche Schüler suspendiert

In Kenia wurden 19 Schüler suspendiert, weil sie sich für die Rechte von Lesben und Schwulen eingesetzt haben. Anti-Homo-Aktivisten behaupten nun sogar, die betroffenen Schüler seien selbst schwul.

Die 19 Schüler der St. Mary’s Kibabi Boys High School in Bungoma County nahmen an einer Schuldebatte teil, in der es um die Rechte sexueller Minderheiten ging. Dabei machten die Burschen klar, dass sie den Kampf von Lesben und Schwulen unterstützten würden. Ihre Gegner warfen ihnen daraufhin vor, selbst schwul zu sein. Sofort nach der Debatte wurden die Burschen gebeten, die Schule zu verlassen. Sie wurden für eine Woche vom Unterricht suspendiert.

Zurück an die Schule dürfen die Burschen erst, wenn ihre Eltern ein Gespräch mit dem Direktor hatten. Dieser machte klar: Würde herauskommen, dass einer der Schüler in „homosexuelle Handlungen“ verwickelt wäre, würden sie sofort zu einer Therapie geschickt werden.

Nach Angaben des Direktors sind jene Schüler, die in der Diskussion für die Rechte von Lesben und Schwulen eingetreten sind, verdächtigt worden, jüngere Schüler missbraucht zu haben. Beweise dafür gibt es allerdings nicht.

Homosexualität ist in Kenia verboten und wird mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft. Einer Umfrage aus dem Jahr 2013 zufolge unterstützen 90 Prozent der Bevölkerung dieses Verbot. US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, das Thema bei seinem Staatsbesuch diese Woche besprechen zu wollen – sehr zum Missfallen der Regierung.