[Video] Standig Ovations im Parlament: Rechte von Transgendern in Irland werden gestärkt

Nach der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare durch eine Volksabstimmung geht die Republik Irland den nächsten Schritt, wenn es um die Rechte von sexuellen Minderheiten geht: Am Mittwoch wurde ein Gesetz verabschiedet, das es Transgendern erlaubt, auch ohne geschlechtsanpassende Operation amtlich in ihrem gelebten Geschlecht anerkannt zu werden.

Eine Anerkennung des gelebten Geschlechts ohne anpassende Operation ist in Europa derzeit nur in Dänemark, Malta oder Österreich möglich. Hier hat der Verwaltungsgerichtshof im Jahr 2009 festgestellt, „dass ein schwerwiegender operativer Eingriff, wie etwa die von der belangten Behörde geforderte Entfernung der primären Geschlechtsmerkmale, keine notwendige Voraussetzung für eine deutliche Annäherung an das äußere Erscheinungsbild des anderen Geschlechts ist“.

Als das „Gender Recognition Bill“ den Senat passierte, standen einige Senatoren auf und applaudierten. Für Evelyne Paradis vom LGBT-Dachverband ILGA Europe ist der Beschluss des Gesetzes ein „großer Moment für Transmenschen, die in Irland leben“. Denn bis jetzt hatten Transgender in Irland praktisch keine Rechte – vor dem Gesetz waren sie eigentlich unsichtbar. Damit konnten sie ihr Geschlecht auch nicht amtlich ändern lassen. Mit dem neuen Gesetz gilt Irland nun als Vorbild, was die gesetzliche Lage von Transgendern betrifft.

Ganz freiwillig hat sich das irische Parlament aber nicht den Anliegen von Transgendern angenommen. Die Aktivistin Lydia Foy führte einen jahrelangen Kampf vor Gericht um ihre Rechte – den sie schlussendlich gewann. Als Resultat wurde das neue Gesetz beschlossen. Dem entsprechend zollt Sara R. Phillips vom Transgender Equality Network Ireland der Vorkämpferin Tribut: „Die zweiundzwanzigjährige Reise von Dr. Lydia Foy hat endlich ein Ende gefunden. Die offizielle Anerkennung der Trans-Community durch die Regierung meint, dass wir endlich aus dem Schatten treten können. Ich werde als der Mensch anerkannt, der ich wirklich bin.“