Weiter nur religiöse Ehen in Israel: Lesben und Schwule müssen ins Ausland

In Israel wird es auch weiterhin keine Zivilehen geben – und damit auch keine Möglichkeit für schwule und lesbische Paare, im Land selbst zu heiraten.

Derzeit werden Ehen in Israel nur von jüdischen Glaubensgemeinschaften oder Kirchen geschlossen und auch geschieden. Deshalb gibt es offiziell auch keine gleichgeschlechtlichen Ehen im dem Land – diese wird von keiner Religionsgemeinschaft angeboten. Wenn Paare heiraten wollen, die gleichgeschlechtlich sind, verschiedenen Religionen angehören oder nicht religiös heiraten wollen, müssen sie ins Ausland gehen – die dort geschlossenen Ehen werden in Israel dann anerkannt.

Dafür gibt es in Israel eine Art Eingetragener Partnerschaft: Wer glaubhaft versichern kann, in einer Partnerschaft zu leben, bekommt einige Rechte, unter anderem auch das Adoptionsrecht. Diese Registrierung steht auch schwulen und lesbischen Paaren offen.

Um dieses Chaos zu beenden, fordert eine Mehrheit der Israelis die Einführung von Zivilehen – was von den religiösen Parteien im Land immer erfolgreich unterdrückt wurde. So auch jetzt: In einem Antrag forderte die liberale Partei Yesh Atid die Einführung von staatlich registrierten Lebenspartnerschaften, die linke Partei Meretz präsentierte einen Gesetzesentwurf, der die Einführung staatlicher Ehen vorsah.

Im israelischen Parlament scheiterten am Mittwoch beide Anträge. Sie wurden mit 50 zu 39 Stimmen abgelehnt.