Gegen Ehe-Öffnung: Russische Kirche lobt Merkel

Seine Fans kann man sich oft nicht aussuchen: So lobt die russisch-othodoxe Kirche die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie sich gegen die Öffnung der Ehe ausspreche.

Entsprechende Aussagen der Kanzlerin zur „Unterstützung für die traditionelle Familie“ seien „Blitz aus dem Regenbogen-Himmel“ der westlichen Medien gekommen, schwärmt der Sprecher des Moskauer Patriarchats, Wladimir Legoida.

Sonst hat man in Moskau ein Problem mit der freien westlichen Presse. Diese zeigten „leider ein Bild ihrer Gesellschaften, das die Möglichkeit ausschließt, dass jemand gegen die sogenannte ‚Homo-Ehe‘ sein könnte“, so Legedia weiter – und forderte von den Medien Meinungsfreiheit ein.

Der Sprecher des Moskauer Patriarchen ging sogar einen Schritt weiter: Menschen, die öffentlich nicht mit „unmoralischen Ideen über das Wesen der Ehe und der Familie übereinstimmen, die in das Leben der Menschen in vielen Länder mit Gewalt eingeführt wurden“, bräuchten seiner Meinung sogar besonderen Schutz.

Es ist nicht das erste Mal, dass Wladimir Legoida gegen sexuelle Minderheiten hetzt. Als Conchita Wurst den Eurovision Song Contest gewonnen hat, bezeichnete er diesen Sieg als „Absage an die christliche Identität der europäischen Kultur“ und „kulturelle Legitimierung von Lastern in der modernen Welt“.

Der Begriff „Gayropa“ für ein werteloses Europa, in dem Lesben und Schwule mehr Rechte hätten als „traditionelle Familien“, ist ein beliebtes Motiv der russischen Regierungspropaganda. So nimmt die Ablehnung sexueller Minderheiten in Russland in den letzten Jahren zu, auch häufen sich gewalttätige Angriffe.