Ehe-Öffnung in Finnland wackelt

Flagge von Finnland
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Finnland öffnet im Jahr 2017 die Ehe für Lesben und Schwule – oder etwa doch nicht? Mit einer Bürgerinitiative wollen Gegner der Ehe-Öffnung eine erneute Diskussion im Parlament erzwingen. Und diese könnte zu Ungunsten gleichgeschlechtlicher Paare ausgehen.

Mehr als 50.000 Unterschriften hat der „Verband für die echte Ehe“ für sein Anliegen, keine Ehe-Öffnung in Finnland, gesammelt – und zwar schneller als geplant: Zehn Wochen hätten die Initiatoren noch Zeit gehabt, um die erforderlichen Unterschriften zu sammeln.

Nun muss das Thema im finnischen Parlament behandelt werden. Und dort ist die Öffnung der Ehe nach wie vor umstritten. Denn ein Großteil der neun Mitte-Rechts-Regierung lehnt die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare eigentlich ab. Besonders die rechtspopulistische Partei „Wahre Finnen“ ist gegen die Öffnung der Ehe. Justizminister Jari Lindström, der dieser Partei angehört, hatte im letzten Monat erklärt, er zögere, das Gesetz umzusetzen, weil es „unangenehm“ sei. Auch Ministerpräsident Juha Sipilä von der liberalen Zentrumspartei hatte die Ehe-Öffnung abgelehnt, weil sie seiner Meinung nach „der Idee der traditionellen Ehe widerspricht“.

Im November wurde in Helsinki die Öffnung der Ehe recht knapp beschlossen: 105 Abgeordnete stimmten dafür, 92 dagegen. Wegen des hohen Verwaltungsaufwandes wird die Ehe aber erst im Frühling 2017 geöffnet. Dieses Zeitfenster wollen die Gegner der Ehe-Öffnung nutzen.