Uganda: Präsidentschafts-Kandidat kritisiert Schwulenhass

In Uganda tritt bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016 zum ersten Mal ein Kandidat an, der sich offen gegen Homophobie ausspricht. Bis jetzt ist das afrikanische Land eher durch Versuche aufgefallen, scharfe Gesetze gegen sexuelle Minderheiten einzuführen.

In einem Interview mit dem Sender NBS macht Amama Mbazazi, der ehemalige Premierminister von Uganda, seine Position klar: Er glaube, dass die Ehe zwischen Mann und Frau geschlossen werde solle – aber Homosexualität sei nichts Neues. „Und ich habe sehr deutlich gemacht, dass es keine Diskriminierung geben soll und das ist nicht die größte Bedrohung, die wir jetzt gerade im Land haben“, so der Politiker.

Für Frank Mugisha, den Leiter von „Sexual Minirockes Uganda“, der wichtigsten LGBT-Organisation des Landes wird mit diese Aussagen „Geschichte geschrieben“, wie er auf Twitter erklärt: „Zum ersten Mal überhaupt spricht sich ein Anwärter auf das Präsidentenamt in Uganda gegen Homophobie aus“, so Mugisha.

Für Mbazazi ist diese Aussage aber auch ein enormes Risiko: Im Wahlkampf könnte sein Engagement gegen Homophobie zum Problem werden, weil ein großer Teil der Bevölkerung ein Problem mit Homosexualität hat. „Wenn du für ihre Rechte werben willst, geh’ nach Amerika und bewerbe Dich dort“, lautet einer der Kommentare, die es auf Facebook für die Aussage des Präsidentschaftskandidaten gab.