[Video] Kiew: Schwules Paar auf offener Straße von Nationalisten angegriffen verprügelt

Vor gut zwei ging ein Video um die Welt, das zeigte, wie ein schwules Pärchen in Moskau beschimpft und angerempelt wurde, weil es händchenhaltend durch die Straßen ging. Nun haben Aktivisten in Kiew das gleiche versucht – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Timur und Zoryan sind ein schwules Paar in Kiew. Für das Online-Projekt „Bird in Flight“ sind sie händchenhaltend durch die ukrainische Hauptstadt gegangen. Zunächst waren die Reaktionen positiver als vor zwei Wochen in Moskau, als die Macher des YouTube-Kanals „ChebuRussia TV“ die Reaktionen dort testeten: Die meisten Passanten beachteten das schwule Paar gar nicht, eine Frau freute sich sogar über die Offenheit des Paares und plauderte mit ihnen.

Doch dann verschärften Timur und Zoryan die Situation. Sie setzten sich auf eine Bank, einer der beiden setzte sich halb auf den anderen und legte ein Bein über ihn. Schnell wurde das Paar von einer Gruppe rechtsradikaler Jugendlicher entdeckt. Einer der Burschen ging auf das Paar zu – und um bei einem vorbeigehenden Polizisten keinen Verdacht zu erwecken, fragte er die beiden, ob sie Patrioten seien.

Doch dann schlugen die Rechten zu: Der Jugendliche besprühte das schwule Paar mit Pfefferspray. Als sie wehrlos waren, schlugen und traten sie die anderen Jugendlichen der Gruppe. Der Angriff wirkte eintrainiert. Nur das schnelle Eingreifen des Projektteam konnte Schlimmeres verhindern.

Ein ukrainisches Lesben- und Schwulenportal versuchte, den Unterschied zwischen Moskau und Kiew herauszuarbeiten. In Russland gebe es zwar mehr Intoleranz, während sich in der Ukraine die Mehrheit neutral verhalte: „Aber es gibt eine radikale Minderheit, die Patriotismus als eine Entschuldigung für Gewalt verwendet. Und das ist beängstigend.“

Privat sind Timur und Zoryan in den vier Jahren, in denen sie ein Paar sind, noch nie händchenhaltend durch Kiew gegangen. Nun ist auch klar, warum sie es nicht versucht haben.