Homophober Angriff auf Lokal: Versicherung streikt, Community hilft

Dass die Scheibe einer schwulen Bar in Berlin mit Pflastersteinen eingeschmissen wurde, ist schlimm genug. Doch nun weigert sich die Versicherung, den Schaden zu bezahlen – schließlich gehöre das Lokal zu einer „Risikogruppe“, berichten die Aktivisten von „Enough is Enough“.

Es war ein unangenehmer Vorfall, der sich am 18. Juli vor der „Rauschgold“-Bar in Berlin abgespielt hat: Zwei junge Männer beschimpfen gegen halb sieben in der Früh die letzten Gäste mit schwulenfeindlichen Sprüchen. Die Situation spitzt sich zu, die beiden Männer nehmen zwei Pflastersteine und schlagen damit die Schaufensterscheibe des „Rauschgold“ ein.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Scheibe des Lokals in Brüche geht. Vor vier Jahren gab es bereits einen ähnlichen Zwischenfall. Damals wurde der Schaden problemlos von der Versicherung gedeckt. Diesmal weigert sie sich, die Kosten einer neuen Scheibe zu übernehmen – eben weil „es schon so einen ähnlichen Vorfall gab“.

Außerdem gehöre „ein homosexuelles Etablissement mit Travestieshows“ zu einer Risikogruppe, und solche Schäden wurde der Versicherungsvertrag ohnehin nicht abdecken, ließt die Versicherung wissen.

Nun bittet das „Rauschgold“ die Community um Hilfe. Denn die 1.600 Euro, die eine neue Scheibe kostet, sind nicht im Budget des Lokals eingeplant. Auf der Spendensammelseite leetchi.com wurde deshalb ein entsprechendes Projekt gestartet. Und die Community half: Der Betrag ist mittlerweile gesammelt, 58 Spender haben dafür gesorgt, dass das Sammeln gut zwei Woche vor dem geplanten Ende des Aufrufs beendet werden konnte.