Erneut 30 Jahre Haft für HIV-positiven Schwulen in Missouri

Erneut ist in den USA ein HIV-positiver Schwuler zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, weil er seinen Sexualpartnern nichts über seine Infektion erzählt hat.

Der 39 Jahre alte David M. hat sich schuldig bekannt, mit zwei Männern ungeschützten Sex gehabt zu haben, ohne sie über seine HIV-Infektion zu informieren. Das Gericht in der Kleinstadt Dexter im US-Bundesstaat Missouri verurteilte ihn deshalb zu einer 30-jährigen Haftstrafe.

Verhaftet wurde David M. bereits im Jahr 2013, nachdem ein früherer Sexualpartner HIV-positiv getestet wurde. Damals gab er zu, ungeschützten Sex mit dem Mann gehabt zu haben – und mit weiteren Männer, die er über eine Dating-Webseite kennengelernt hatte. Die genaue Zahl dieser Männer ist unsicher: Bei der ersten Einvernehmung prahlte er mit 300 Sexualkontakten, vor allem Truckern, die durch Missuori fahren. Dann reduzierte er die Zahl auf ein Dutzend. Von seiner HIV-Infektion habe er den Männern nichts erzählt, gab David M. zu Protokoll. Als Grund für sein Schweigen nannte er „die Angst vor Zurückweisung“.

Im Prozess erklärte der 39-Jährige, seit 2003 von seiner HIV-Infektion zu wissen. Bis 2009 war er deshalb auch in Behandlung. Als er dann nach Missouri zog, brach er diese ab: Ohne Auto hätte er nicht zu einem Spezialisten fahren können.

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass ein HIV-positiver Schwuler in Missouri wegen seines Sexualverhaltens zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde. Vor zwei Wochen sprach ein Richter in einem Prozess einem 23-Jährigen eine gleich hohe Strafe zu. In Missouri und anderen US-Bundesstaaten machen sich HIV-Positive strafbar, wenn sie ihren Sexualkontakten nichts von ihrer Infektion erzählen. Das gilt auch, wenn sie ein Kondom benutzen oder ihre Viruslast nicht nachgewiesen werden kann.