Unterschriften gegen Eingetragene Partnerschaften in Italien

Katholische Verbände machen gegen die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften für homo- und heterosexuelle Paare in Italien mobil. Unter dem Slogan „Wir verteidigen unsere Kinder“ wurde ein „Bürgerkomittee“ gegründet, das Unterschriften dagegen sammelt.

Die Mitte-Links-Regierung von Premierminister Matteo Renzi hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die Einführung solcher Eingetragener Partnerschaften vorsieht. Darin ist auch vorgesehen, dass ein Partner das Kind seines Lebensgefährten adoptieren kann. Derzeit steckt der Entwurf im römischen Senat fest. Mit der Einführung würde Italien auch auf eine Verurteilung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte reagieren. Dieser hatte letzte Woche festgestellt, dass Italien gegen Artikel 8 und 12 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoße, weil rechtliche Anerkennung und Schutz für homosexuelle Paare fehlten.

Doch davon lässt sich Massimo Gandolfini, Präsident des Bürgerkomitees, nicht beeindrucken. „Homosexuelle genießen heute schon genug Rechte, sie können ihre Beziehung ohne Diskriminierung leben, brauchen daher keine öffentliche Anerkennung ihrer Lebenspartnerschaft“, erklärt er.

Vor allem die Möglichkeit der Stiefkindadoption ärgert Gandolfini. „Gegen diesen Gesetzentwurf, der am Fundament der traditionellen Familie rüttelt, werden wir Unterschriften im Internet und auf den Hauptplätzen der italienischen Städte sammeln. Wir fangen mit einer Unterschriftensammlung vor dem Senat in Rom an“, kündigt er an.