Ehe für alle in Österreich: Fast 15.000 Unterschriften

Auch in Österreich kommt Bewegung in die Frage nach einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare: In den letzten Wochen hat die parlamentarische Bürgerinitiative „Ehe Gleich“ insgesamt 14.431 Unterschriften aus ganz Österreich gesammelt. Heute wurden diese an die Parlamentsdirektion übergeben.

Erstes Ziel schon nach einem Tag erreicht

Um an den Petitionsausschuss des Nationalrates weitergeleitet zu werden, hätten 500 Unterschriften gereicht – diese Zahl wurde schon am ersten Tag übertroffen. Nun erwarten die Aktivisten der Initiative eine breite parlamentarische Diskussion, Expertenhearings und eine parlamentarische Enquete. Damit sich der Nationalrat verpflichtend mit der Petition beschäftigt, brauchen die Initatoren insgesamt 100.000 Unterschriften. Diese können ab Mitte August über die Homepage des Parlaments angegeben werden. Das Ziel ist eine freie Abstimmung über die Öffnung der Ehe im österreichischen Nationalrat.

Drei Viertel der Österreicher unterstützen Ehe-Öffnung

Außerdem soll die Zivilgesellschaft mobilisiert werden: Ab Anfang September gibt es dazu auch zahlreiche Medienevents. Unterstützt werden die Initiatoren von fast 40 Initiativen und Vereinen.

Helmut Graupner, Präsident des Rechtskomitee Lambda (RKL) und Erstunterzeichner der Initiative, erklärt, warum es auch bei uns Zeit für eine solche Initiative ist. „Drei Viertel der ÖsterreicherInnen befürworten die Aufhebung des Eheverbots. Es ist Zeit, dass nun auch die letzten Zweifler in der Politik auf das Volk hören und Österreich wieder Anschluss an die westliche Welt findet“, erklärt Graupner.

Auch SPÖ, Grüne und NEOS für „Ehe Gleich“

Politisch wird die Initiative von SPÖ, grünen und NEOS unterstützt. „Zwar wurde bei der Eingetragenen Partnerschaft bereits vieles erreicht, aber es ist höchst an der Zeit für eine vollständige Gleichstellung. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass zwei Menschen, die einander lieben und die füreinander und auch für Kinder verbindlich Verantwortung übernehmen wollen, dies auch rechtlich bestmöglich abgesichert tun können“, erklärt SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder die Position seiner Partei.

Der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser ergänzt, die Ehe sei für seine Partei „ein rechtlicher und sozialer Rahmen für Menschen, die einander lieben und gegenseitige Verantwortung übernehmen wollen“. Und die stellvertretende Klubobfrau der NEOS, Beate Meinl-Reisinger, fordert „vor allem die ÖVP – aber auch die FPÖ – dazu auf, ihre Position zu überdenken und allen Menschen das Recht auf uneingeschränkte Liebe zuzugestehen“.