USA: Gewalt gegen Transgender auf einem neuen Höhepunkt

In den USA erreicht die Gewalt gegen Transsexuelle einen neuen Höhepunkt: So sind dieses Jahr bereits mindestens 16 Trans-Frauen umgebracht worden. Allein in der letzten Woche starben vier schwarze Transsexuelle einen gewaltsamen Tod. Doch die Dunkelziffer könnte weit höher sein, weil die Polizei bei vielen Fällen das falsche Geschlecht der Opfer angibt.

Aktivisten schlagen jetzt Alarm. Sie gehen davon aus, dass die meisten Morde aus Transphobie begangen worden sind. Jüngstes Beispiel ist eine 35-jährige Transsexuelle, die letzten Dienstag vor ihrem Wohnhaus im US-Bundesstaat Arizona erschossen wurde. Der Polizei zufolge trafen sie vier Schüsse, ein Hassverbrechen wird nicht ausgeschlossen.

Letzten Montag ist eine 20-jährige Transsexuelle in einem Rotlichtviertel von Detroit angeschossen wurde. Sie starb wenige Stunden später im Krankenhaus. Eine Freundin der Ermordeten sagte, dass sie bereits mehrmals angegriffen worden ist.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen: Vor einem Monat wurde ebenfalls in Detroit die Leiche einer 25-jährigen Transgender gefunden, die „brutal ermordet“ worden ist. In North Carolina wurde die Leiche einer 20-Jährigen Transsexuellen gefunden, die verbrannt und verscharrt worden ist. Mittlerweile hat die Polizei den Anführer einer Latino-Gang verhaftet.

Für die Aktivistin Neil Gaither von der „Trans Pride Initiative“ ist die Gewalt gegen Transsexuelle auch darin begründet, dass sie in vielen Fällen keinen Zugang zu einem Job und einer Wohnung haben. „Das zwingt viele, sich im Untergrund Arbeit zu suchen, besonders Sexarbeit“, so Gaither. Die Politik müsse etwas gegen die Diskriminierung von Transpersonen unternehmen, damit sich die Lage bessere, erklärt die Aktivistin.