US-Behörden schließen rentboy.com

Mehr als 10.000 Escorts zittern jetzt vor den Behörden

rentboy.com
rentboy.com

In New York haben Bundesbehörden die Büros der Escort-Seite rentboy.com durchsucht und die Konten eingefroren. Dem Geschäftsführer drohen nun mehrere Jahre Haft.

Für den Staatsanwalt ist rentboy.com ein „Internet-Puff“

Es sei ein Schlag gegen ein „Internet-Puff“ und „Werbung für illegale Prostitution, freut sich Staatsanwalt Kelly Currie nach der Razzia. FBI-Beamte haben gestern die Räumlichkeiten von rentboy.com durchsucht, Unterlagen beschlagnahmt, Vermögen im Wert von 1,4 Millionen Dollar eingefroren sowie Geschäftsführer Jeffrey Hurant und sechs weitere Mitarbeiter festgenommen.

Die Domain selbst war heute Vormittag zumindest während unserer Recherchen ebenfalls nicht mehr erreichbar. Offenbar haben die US-Behörden bereits Zugriff auf die beliebteste Escort-Seite der USA.

„Wir tun gute Dinge für gute Menschen“, sagt der Betreiber der Seite

Den Vorwurf, illegale Prostitution zu fördern, weist Hurant in einer ersten Stellungnahme zurück. „Ich glaube nicht, dass wir irgendetwas tun, um Prostitution zu fördern. Ich denke, wir tun gute Dinge für gute Menschen“. meinte er am Rande seines Termins vor dem Haftrichter.

Doch das sehen die Behörden anders. „Die Erleichterung und Förderung der Straftat Prostitution über die Grenzen von Bundesstaaten und anderen Ländern hinweg ist ein Bundesverbrechen“, meinte Glenn Sorge, zuständiger Ermittler beim Heimatschutzministerium.

„Es macht es noch ungeheuerlicher, wenn dafür unverhohlen durch ein globales kriminelles Unternehmen geworben wird“, fügt er hinzu. Denn seinen Status als größtes einschlägiges Portal in den USA hat rentboy.com vor allem seiner Werbung zu verdanken. Die Seite schaltet in den Vereinigten Staaten in sämtlichen anderen schwulen Portalen Anzeigen.

Mehr als 10.000 Escorts in über 2.000 Städten standen zur Auswahl

Vor der Schließung des 1997 gegründeten Portals hatten mehr als 10.000 Escorts und Masseure in über 2.000 Städten ein kostenpflichtiges Profil bei rentboy.com, der Schwerpunkt dabei liegt in den USA.

Doch die Firma engagierte sich auch in der Community: So wurden immer wieder LGBT-Rechte unterstützt oder Projekte finanziell unterstützt. Es gab auch ein eigenes Stipendiatenprogramm.

Im Falle einer Verurteilung drohen Hurant und sechs weiteren Angeklagten bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von maximal 250.000 Dollar. Weiters müssen sie sich wegen Geldwäsche vor Gericht verantworten. Welche Auswirkungen die Schließung von rentboy.com auf die Dienstleister und ihre Kunden haben wird, ist noch nicht bekannt.