Obama nominiert offen schwulen Armee-Staatssekretär

US-Präsident Barack Obama hat am Freitag den 47-jährigen Eric Fanning als U.S. Army Secretary nominiert. Das Besondere an dieser Nominierung: Wenn der Senat seine Nominierung bestätigt, ist er der erste offen lebende Schwule, der einen Dienst des US-Militärs leitet. Bereits jetzt ist Fanning der ranghöchste offen homosexuelle Beamte im US-Verteidigungsministerium.

Der Posten ist dem Verteidigungsminister direkt unterstellt und entspricht dem Staatssekretär für die Landstreitkräfte. Als solcher ist er der zivile Chef der Bodentruppen und führt diese gemeinsam mit dem Stabschef der Landstreitkräfte. Seit Juni hat er diesen Posten bereits interimistisch inne.

Als er seine Karriere im Ministerium begonnen hatte, galt beim US-Militär noch die „Don’t ask, don’t tell“-Regel, nach der Lesben und Schwule ihre sexuelle Orientierung noch verschweigen mussten. Fanning selbst betraf sie übrigens nicht: Als Zivilist fiel er nicht unter die 2011 aufgehobene Regelung.

Bei seiner Nominierung streut der Präsident Eric Fanning Rosen: „Eric bringt viele Jahre erwiesener Erfahrung und außergewöhnlicher Führungsstärke in seine neue Aufgabe“, so Obama, der sich freue, „gemeinsam mit Eric dafür zu arbeiten, dass unser Militär das beste in der Welt bleibt“.

Verteidigungsminister Ashton Carter begrüßte Fannings Ernennung ebenfalls. „Ich weiß, dass er die Armee stärken, auf ihren besten Traditionen aufbauen und unsere Bodentruppen vorbereiten wird, einer neuen Generation von Herausforderungen zu begegnen“, erklärte er.

Auch Lesben- und Schwulenverbände sind über die Nominierung von Fanning erfreut. Ein schwuler U.S. Army Secretary könne helfen, „den richtigen Ton an der Spitze zu setzen“, so

OutServe-SLDN, ein Netzwerk von schwulen, lesbischen, bisexuellen und transgender Armeeangehörigen. Für deren Sprecher Matt Thorn sei die Nominierung die Chance für das Verteidigungsministerium, „die Bedürfnisse von LGBT im Militär und ihren Familien besser zu verstehen“.