Home Medien Kino Roland Emmerich antwortet auf Kritik an ‚Stonewall‘-Film

Roland Emmerich antwortet auf Kritik an ‚Stonewall‘-Film

Die Debatte um „Stonewall“, den Film des offen schwulen Regisseurs Roland Emmerich über die Geburtsstunde der modernen Schwulenbewegung geht weiter. Die schwul-lesbische Community übt vor allem Kritik daran, dass Emmerich einen massentauglichen Spielfilm dreht, und keine historisch genaue Dokumentation.

Bereits knapp nach dem Auftauchen des ersten Trailers wurde kritisiert, dass der Film vor allem einen Schwerpunkt auf weiße schwule Männer zu legen scheint – uns andere Ethnien oder Transgender, die bei dem Aufstand in der Christopher Street beteiligt waren, offenbar benachteiligt. Später veröffentlichte Filmausschnitte, zum Beispiel mit der schwarzen Drag-Aktivistin Marsha P. Johnson, glätteten die Wogen wieder ein wenig.

Doch mit seinen letzten Äußerungen dürfte Emmerich erneut Öl ins Feuer gegossen haben. In einem Interview mit dem Online-Portal „Buzzfeed“ erklärte er: „Sie müssen eines verstehen: Ich habe diesen Film nicht nur für Lesben und Schwule gemacht, ich habe ihn auch für Heterosexuelle gemacht. Ich habe bei den Marktforschungen herausgefunden, dass sich Heteros mit Danny gut identifizieren können. Er ist sehr hetero-like. Er wird deshalb schlecht behandelt. Ein heterosexuelles Publikum kann sich ihn ihn hineinversetzen“, so der aus Deutschland stammende Regisseur.

Danny sei „ein Katalysator“: Die Stricher auf der Straße würden ihm „zeigen, wie man überlebt. Durch ihn lernen wir sie kennen“, so Emmerich. Für ihn sei der Film auch ein persönliches Anliegen: „Als Regisseur muss man sich selbst in seine Filme einbringen, und ich bin weiß und schwul.“

Jeremy Irvine, der ebenfalls in „Stonewall“ mitspielt, versucht, alle Bedenken zu zerstreuen: „Jeder, der sich Sorgen über die Vielfalt im Film macht: Ich habe den Film letzte Woche zum ersten Mal gesehen und kann euch versichern, dass er fast jede Rasse und Gesellschaftsschicht, die so wichtig für eine der wichtigsten Bürgerrechtsbewegungen der Gegenwart war, repräsentiert.“

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