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HIV-positiver Tourist in Zypern aus dem Hotel geworfen

In Zypern soll ein britischer Tourist während seinem Urlaub aus dem Hotel geschmissen worden sein, weil er HIV-positiv ist. Dort geoutet soll ihn eine Klinik haben – mit unglaublichen Empfehlungen an das Hotel. Das berichtet die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“.

Dem Bericht zufolge musste der Mann Anfang September in einer Privatklinik in Paphos behandelt werden, weil er ohnmächtig geworden war und leichte Verletzungen erlitten hatte. Dort hatte der Mann die Ärzte ordnungsgemäß über seine HIV-Infektion informiert.

Als er in sein Hotel zurückkehrte, teilte ihm die Leitung mit, dass er nicht mehr willkommen sei. Die Klinik habe das Hotel telefonisch über die HIV-Infektion ihres Gastes informiert – und empfohlen, seine „Bettwäsche zu verbrennen und den Raum zu desinfizieren“.

Allerdings war es für den Briten auch nicht einfach, ein neues Hotel zu finden. Denn die Nachricht scheint in der Region schnell die Runde gemacht zu haben: Mehrere Bewerbungsbetriebe weigerten sich, den HIV-Positiven aufzunehmen. Auch einige Kliniken lehnten ihn ab, erzählt er der „Daily Mail“. Nachdem er es eine gute Woche nicht schaffte, die notwendigen Medikamente zu bekommen, reiste er zurück nach Großbritannien.

Bei der zypriotischen HIV-Organisation KYFA stößt dieses Verhalten auf Empörung. „Das ist ja wie in den Achtzigern, bevor wir wussten, was HIV ist“, ärgert sich Stella Michaelidou von KYFA. Das Vorgehen der Klinik sei ein Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht“, in den letzten zwanzig Jahren habe sie von einem solchen Fall noch nie gehört. „“Man könnte diese Ignoranz von einer gewöhnlichen Person erwarten, aber ein Arzt?“, ärgert sich Michaelidou.

Nun haben das zypriotische Gesundheitsministerium, die Ärztekammer und das Fremdenverkehrsamt ihre Ermittlungen begonnen. Der örtliche Hotelverband gab zu den Vorfällen keine Stellungnahme ab.