Papst Franziskus: Geheimtreffen mit Kim Davis

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Papst Franziskus bei seinem Besuch in den USA auch die Standesbeamtin Kim Davis getroffen haben. Das melden das US-amerikanische Magazin „Inside the Vatican“ und die christliche Juristenorganisation „Liberty Counsel“ des Anwalts Mat Staver, der die Standesbeamtin vertritt.

Demnach hat Franziskus Kim Davis am Donnerstag gemeinsam mit ihrem vierten Ehemann in der Botschaft des Vatikans in Washington empfangen. Die 50-Jährige hat sich aus Glaubensgründen geweigert, in ihrem Bezirk im US-Bundesstaat Kentucky schwulen und lesbischen Paaren eine Ehelizenz auszustellen. Deshalb war sie sogar fünf Tage in Beugehaft.

Wie „Liberty Counsel“ in einer Pressemitteilung erklärt, habe sich Papst Franziskus bei Davis auf Englisch für ihren „Mut“ bedankt und mit ihre gebetet. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal den Papst treffen würde. Wer bin ich, dass ich diese seltene Gelegenheit bekomme? Ich bin nur eine Standesbeamtin, die Jesus liebt und ihm mit all ihrem Herzen folgen will“, wird Davis zitiert.

Staver zufolge bezeichnete der Heilige Vater die Standesbeamtin außerdem als „Symbol dieses weltweiten Konflikts zwischen dem christlichen Glauben und aktuellen kulturellen Herausforderungen in Bezug auf die Ehe“. Der Anwalt hat das „Liberty Council“ 1989 gegründet, um vor allem gegen die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern zu kämpfen.

Eine offizielle Bestätigung des Vatikans zu der Pressemitteilung gibt es nicht. Das dürfte auch daran liegen, dass Geheimtreffen in der Regel nicht öffentlich kommuniziert werden. Doch so bekommen auch Äußerungen des Papstes auf dem Rückflug nach Rom eine neue Bedeutung: Gegenüber Journalisten hat er erklärt, dass es ein Menschenrecht sei, wenn Beamte Teiles ihres Dienstes unter Berufung auf ihren Glauben verweigern.