Rupert Everett hat keinen Sex und mag Begräbnisse

Heute startet in den österreichischen Kinos der Film „A Royal Night Out – Ein königliches Vergnügen“. König George VI., der Vater der jungen Elizabeth, spielt Rupert Everett. In den Interviews zum Film spricht der 53-jährige auch offen über seine Beziehung, sein Sex-Leben und Homosexualität in Hollywood.

Nein, er sei nicht auf Facebook, verrät Everett dem österreichischen Wochenmagazin „News“. „Facebook ist extrem langweilig und es macht süchtig“, erklärt er. Das sehe er bei seinem Freund: „Er liebt es die ganze Zeit Selfies zu machen. Kein Wunder: Er ist ja auch erst 35“, so Everett.

Auf die Zeiten angesprochen, in denen er heroinsüchtig war, sagt der Schauspieler, er bereue diese Zeit nicht: „Ich bin nicht gestorben, weil ich es genommen habe. Ich habe mich nicht mit HIV infiziert. Ich habe dadurch auch nicht mein Gehirn zerstört, habe es geschafft mein Leben weiterzuführen. Also, wenn es ums Bereuen von Dingen geht, steht Heroin sicher nicht ganz oben auf meiner Liste“, erklärt Everett offen.

Und auch sein Sexleben dürfte – nicht nur beziehungsbedingt – eher langweilig geworden sein. „Es hat mit einem Schlag aufgehört, es interessiert mich nicht mehr. Ich war am Montag noch eine verrückte Sex-Schlampe und am Dienstag schon eine alte Schabracke. Es gab kein Zwischendrin.“, verrät er dem „Focus“.

Durch ein Filmprojekt über Oscar Wilde, bei dem er Regie führen und die Hauptrolle spielen wird, habe er verstanden, „dass ich mein gesamtes bisheriges Leben Sex gewidmet habe. Dabei ist es mir nicht nur darum gegangen, Sex zu haben, sondern auch für andere attraktiv zu sein. Meine ganze Karriere hat sich nur ums Cruisen gedreht.“ Der Film wird nächstes Jahr gedreht – „verrückterweise nicht zuletzt mit viel Geld aus Bayern, wo wir auch einen Großteil drehen“, wie er der „Berliner Zeitung“ verrät.

Und auch, wenn Rupert Everett selbst die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare „großartig“ findet, ist es für ihn „keine erstrebenswerte Form der Beziehung“, wie er „News“ weiter verrät: „Hochzeitsoutfits, Hochzeitstorten, Hochzeitspartys, Flitterwochen und dann auch noch diese schrecklichen Blumen – mit dem ganzen Zeug kann man mich jagen“, so der Schauspieler, der lieber auf Begräbnisse geht. Diese seien „emotional befriedigender“ – und man wisse: „Die Sache mit dem Tod, die währt wirklich bis in alle Ewigkeit.“

Dass Lesben und Schwule heute seiner Meinung nach öfter heirateten als heterosexuelle Paare, liege daran, dass „es so ein Kampf war, und immer noch ist“: „ich könnte mir gut vorstellen, dass Homo-Ehen sogar länger halten als andere, einfach weil sie für uns keine Selbstverständlichkeit sind. Da geht es um mehr als einen tollen Junggesellenabschied und ein weißes Kleid.“, vermutet Everett in der „Berliner Zeitung“.

Er selbst hat keine Sehnsucht nach eigenen Kindern. „Die Menschheit ist wie eine Horde Schaben: wir überfluten die Erde. Dabei sind wir auch noch extrem ich-bezogen“, blitzt für einen kurzen Moment wieder der alte, selbstsüchtige Rupert Everett auf – nur weiser und refelektierter.