Russland will Apple wegen Homo-Emojis verklagen

Die russischen Behörden haben Ermittlungen gegen den US-Techkonzern Apple eingeleitet. Grund dafür sind Emojis, die „nicht-traditionelle Beziehungen bewerben“.

Ein Kind mit Vater und Mutter, zwei Kinder und zwei Väter, ein Kind und zwei Mütter, zwei Burschen, die Händchen halten – bei der aktuelle Version der beliebten Emojis auf dem iPhone ist für jeden etwas dabei. Doch das könnte für Apple nun zum Problem werden.

Denn wie die britische Zeitung „Independent“ berichtet, hat die Polizei in der Region Kirow mit Ermittlungen begonnen: Der ultrakonservative Aktivist und Rechtsanwalt Jaroslav Mikhailow hat das Unternehmen wegen eines Verstoßes gegen das „Anti-Homo-Propaganda“-Gesetz angezeigt. Die Emojis würden für Homosexualität bei Minderjährigen werben, ist er überzeugt.

Eine Verurteilung würde Apple allerdings nicht an den Rand des Ruins bringen – die Strafe würde höchstens eine Million Rubel betragen, das sind etwa 13.000 Euro. Doch die Anzeige ist ein Zeichen dafür, das der Wind in Russland rauher weht: Auch Facebook steht im Visier der russischen Behörden, weil es dort gleichgeschlechtlich liebende Emojis gibt.

Die russische Kommunikationsbehörde Roskomnadsor hat vor einigen Wochen das dort beliebte soziale Netzwerk VKontakte aufgefordert, mehrere Seiten zu sperren, die sich für LGBT-Jugendliche einsetzen. Darunter war auch „Deti-404“, ein international anerkanntes Projekt, deren Webseite bereits amtlich gesperrt wurde.