Blockierte Hillary Clinton eine Verbesserung für Regenbogenfamilien?

Hillary Clinton gilt als große Unterstützen von Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Doch eine E-Mail, die jetzt aufgetaucht ist, lässt Zweifel an der Einstellung der ehemaligen US-Aussenministerin an dieser Einstellung.

So hat sie im Jänner 2011 eine Änderung in Kinder-Reisepässen verhindert, die schwulen und lesbischen Eltern zugute gekommen wäre. Einige Wochen zuvor hatte ihr Ministerium verkündet, dass auf den Antragsformularen die Bezeichnungen „Mutter“ und „Vater“ durch „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ ersetzt werden sollen, um Regenbogenfamilien entgegenzukommen. Doch diese Änderung war offenbar nicht mit der Chefin abgesprochen.

„Ich werde diese Entscheidung, die ich ablehne und über die ich nichts gewusst habe, nicht vor dem Kongress verteidigen. Ich könnte damit leben, wenn nichttraditionelle Familien eine andere Bezeichnung verwenden lassen, so lange wir ‚Mutter‘ und ‚Vater’ stehen lassen“, so Hillary Clinton in ihrer Nachricht.

Die Gründe dafür liegen offenbar im politischen Umfeld: „Wir müssen heute darüber reden oder werden einen von Fox [News] generierten riesigen medialen Sturm erleben, der von [Sarah] Palin und anderen angeführt wird.“, fürchtet sich Hillary Clinton vor einem Aufstand der Konservativen.

Deshalb wollen ihr einige LGBT-Blogger diese Mail auch nachsehen: So meinte Mark Joseph Stern bei slate.com, dass Clinton für die Mail ‚wohl vergeben werden könnte, wenn sie sonst eine Erfolgsbilanz bei LGBT-Rechten“ aufzuweisen hätte“. Weiters hatte sie sich als Außenministerin weltweit für LGBT-Rechte eingesetzt. Allerdings, erinnert Stern, habe sie sich noch 2013 gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. Erst als die Stimmung in der Bevölkerung sich geändert hat, drehte sich auch Hillary Clintons Meinung.

Mittlerweile soll sie bei schwulen und lesbischen Wählern bereits auf Platz zwei der Präsidentschaftskandidaten zurückgefallen sein, hinter dem linksliberalen Senator Bernie Sanders. Er hat sich immer für die Rechte sexueller Minderheiten eingesetzt und auch gegen den „Defense Of Marriage Act“ gestimmt, den Hillarys Ehemann Bill Clinton in seiner Zeit als Präsident unterschrieben hat.

Eine offizielle Stellungnahme von Hillary Clinton oder ihrem Wahlkampfbüro zu der Mail gibt es nicht. Ursprünglich wollte sie die Nachrichten nicht veröffentlichen, wurde aber nach einer Kampagne von Fox News dazu gezwungen, weil sie einen privaten Mailserver für dienstliche, tels vertrauliche Nachrichten verwendet hatte.

Dafür meldete sich Bristol Palin, Tochter der ehemaligen republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin zu Wort. In ihrem Blog triumphierte sie, die Mail würde beweisen, „dass Hillary die Macht meiner Mutter fürchtet“.