Oberrabbiner hält Homosexualität für ein zeitlich begrenztes Phänomen

Homosexualität sei ein Phänomen, das bald wieder verschwinden werde. Davon ist Shlomo Amar, Sepharidischer Oberrabbiner von Jerusalem und ehemaliger Großrabbiner von Israel, überzeugt.

Wie die Tageszeitung „Ha’aretz“ berichtet, sagte der Rabbi in einem Interview mit der ultraorthodoxen Webseite „Behadrey Haredim“: „Ich glaube, dieses Phänomen wird abflauen und verschwinden, weil ein Großteil der Öffentlichkeit davon angewidert ist und es verabscheut.“

Dabei bezieht sich Rabbi Shlomo Amar auf das Alte Testament: „Es ist unnatürlich, anormal. Die Torah nennt es eine Abscheulichkeit und wir müssen auf jeden Fall mehr wohl überlegte Möglichkeiten finden, dagegen zu kämpfen.“

In der Vergangenheit hat der Rabbi bereits gegen die Jerusalem Pride demonstriert und sie als „Aufmarsch des Bösen“ bezeichnet, der die Existenz Israels bedrohe. Dass bei der letzten Jerusalem Pride der ultra-orthodoxe Siedler Yishai Schlissel die 16-jährige Shira Banki erstochen hat, verurteilt der Geistliche aber trotzdem.

Der Anschlag auf die Jerusalem Pride sei ein „furchtbarer Akt des Blutvergießens“ gewesen: „Manchmal, wenn wir mit vollem Einsatz kämpfen, erreichen wir das Gegenteil von dem, was wir vorhatten“, so Rabbi Shlomo Amar. Es gebe „keine Rechtfertigung für das, was er getan hat“.