Hillary Clinton will als Präsidentin ‚LGBT-Diskriminierung beenden‘

Zum ersten Mal lieferten sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auch die Demokraten ihre erste Fernsehschlacht. Das Duell lautete: Alle gegen Hillary. Doch während bei den Republikanern der Versuch, den Favoriten zu demontieren, schiefging, blieben die Angriffe hier deutlich über der Gürtellinie. Und noch einen Unterschied gab es zur Debatte der Republikaner: Bei den Demokraten sind sich alle möglichen Präsidentschaftskandidaten einig, dass die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern gestärkt werden müssen.

Fünf Kandidaten stellten sich in Las Vegas den Fragen des offen schwulen CNN-Anchors Anderson Cooper. Über die großen Themen waren sie sich dabei einig: Sie unterstützen die Öffnung der Ehe, und keiner von ihnen glaubt, dass die Religionsfreiheit durch die Ehe-Öffnung gefährdet werde.

Richtig spannend waren aber nur die Antworten von Hillary Clinton und Bernie Sanders – jene beiden Kandidaten, die es schaffen, die Massen zu begeistern. In ihrer Vorstellungsrunde meinte Hillary Clinton, dass sie als Präsidentin „die fortbestehende Diskriminierung der LGBT-Community“ bekämpfen möchte.

Das wollte Anderson Cooper genauer wissen: „Sie waren gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, jetzt sind Sie dafür“, fragte er die ehemalige US-Außenministerin. Denn Hillary Clinton hatte sich erst 2013 für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht ausgesprochen, nachdem sich die nationalen Umfragen zugunsten der sexuellen Minderheiten gedreht hatten.

Ähnliche Meinungsänderungen gab es in der Einwanderungspolitik oder bei internationalen Handelsabkommen. Das führte Cooper zu der Frage: „Würden Sie alles sagen, um gewählt zu werden?“ Clinton verneinte professionell – sie habe ihre Prinzipien nicht aufgegeben, „aber wie viele Menschen nehme ich neue Informationen auf“.

Bernie Sanders erwähnte die Rechte sexueller Minderheiten nicht speziell. Sein Abstimmungsverhalten als unabhängiger Senator von Vermont unterstützte allerdings ausnahmslos immer Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender.

Zu den weiteren Kandidaten gehörten Martin O’Malley, ehemaliger Gouverneur von Maryland, und Lincoln Chafee, der ehemalige Gouverneur von Rhode Island. Sie hatten während ihrer Amtszeit die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Chaffee, ein ehemaliger liberaler Republikaner, der erst 2013 den Demokraten beigetreten ist, betonte seine Positionen: „Die Umwelt, das Recht der Frau auf Abtreibung, die gleichgeschlechtliche Ehe, eine konservative Haushaltspolitik, Abneigung gegen militärische Abenteuer im Ausland und den weniger vom Glück begünstigten zu helfen.“

Nach der Debatte erklärten politische Kommentatoren Hillary Clinton zur Siegerin. Damit hat sie die erste von vielen Hürden zur Nominierung als demokratische Präsidentschaftskandidatin umschifft. In etwas mehr als drei Monaten beginnen die parteiinternen Vorwahlen mit einer Abstimmung in Iowa, die Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika findet am 8. November 2016 statt.