Chile führt Eingetragene Partnerschaften ein

Ab sofort können gleichgeschlechtliche Paare auch in Chile ihre Beziehung amtlich registrieren lassen. Gestern ist das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft getreten, das für hetero- und homosexuelle Paare einen „Pacto de Union Civil“ einführt. Bereits am ersten Tag haben nach Informationen der Regierung mehr als 1.600 Paare diese Möglichkeit in Anspruch genommen.

Für die sozialdemokratische Präsidentin Michelle Bachelet ist die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften aber nur ein erster Schritt auf dem Weg zur Ehe-Öffnung: Diese hatte die Politikerin letztes Jahr in ihrem Wahlkampf versprochen.

Doch im Parlament konnten sich die Abgeordneten im April – nach insgesamt zehn Jahren Beratung – nur zum „Pacto de Union Civil“ durchringen. Dieser steht alle Paaren offen und stellt jene Paare, die ihn in Anspruch nehmen, unter anderem im Erbrecht, bei der Kranken- oder Pensionsversicherung gleich.

Für Chile ist dieser erste Schritt ein großer. Die Homosexuellenorganisation Movilh begrüßte die neue Regelung als „historischen Schritt“. Regierungssprecher Marcelo Diaz erklärte, ein derartiges Gesetz sei „vor ein paar Jahren noch undenkbar“ gewesen. Denn das südamerikanische Land hat Homosexualität erst im Jahr 1998 legalisiert. Auch der Einfluss der römisch-katholischen Kirche ist enorm: So gehört ihr unter anderem der zweitgrößte private Fernsehsender des Landes.

Doch die Forderung nach einer Ehe-Öffnung ist noch nicht vom Tisch: Rolando Jimenez, Präsident der Bewegung zur Befreiung und Integration schwuler Menschen, machte klar: Wir fordern die gleichgeschlechtliche Ehe.“ In Südamerika ist das in Argentinien, Brasilien und Uruguay möglich. Durch die Ehe-Öffnung in Frankreich können gleichgeschlechtliche Paare auch in Französisch-Guyana heiraten. Eingetragene Partnerschaften gibt es in Kolumbien und Ecuador.