Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland bleiben stabil

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In Deutschland bleibt die Zahl der neuentdeckten HIV-Infektionen stabil: Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich 2014 3.200 Menschen infiziert, das sind in etwa gleich viele wie im Jahr zuvor. Das geht aus dem Epidemiologischen Bulletins des Instituts hervor, das am Montag veröffentlicht wurde.

Die mit Abstand meisten neu diagnostizierten Infektionen gibt es wieder unter Männern, die sich bei ungeschütztem Sex mit Männern angesteckt haben. Hier zählt das RKI 2.300 neuentdeckte Infektionen, um 100 weniger als im Vorjahr – 70 Prozent aller Fälle. Außerdem gab es 590 HIV-Übertragungen bei ungeschütztem heterosexuellen Sex und 240 Infektionen durch intravenösen Drogenkonsum.

Zahl der neuentdeckten Infektionen im Europa-Vergleich eher gering

Damit bleibt die Zahl der neuentdeckten HIV-Infektionen in Deutschland – trotz der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten – über Jahre stabil. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist diese Zahl gering. So gab es in Österreich, das ein Zehntel der Einwohner Deutschlands hat, im gleichen Zeitraum 403 neuentdeckte HIV-Infektionen. In Großbritannien und Frankreich, die weniger Einwohner als Deutschland haben, infizieren sich ungefähr doppelt so viele Menschen.

Um dies Zahl weiter zu senken, fordert die Deutsche Aids-Hilfe, die Pre-Expositionsprophylaxe (PrEP) auch in Deutschland zuzulassen: Durch die Einnahme des HIV-Medikaments Truvada können Neuinfektionen verhindert werden. In den USA ist diese Art der Vorsorge seit 2012 üblich, in Europa ist das Medikament für diesen Zweck noch nicht zugelassen.