Irland öffnet heute die Ehe

Ab heute ist die Ehe in Irland für Lesben und Schwule geöffnet. Ein halbes Jahr nach der Volksabstimmung auf der grünen Insel ist das entsprechende Gesetz nun in Kraft getreten.

Konkret heißt das, dass im Ausland geschlossene Ehen von schwulen und lesbischen Paaren ab sofort auch in Irland anerkannt werden. „Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht sagen darf, dass wir verheiratet sind – aber von jetzt an werden wir es bei jeder Gelegenheit sagen“, freut sich der 57-jährige Vivian Cummins. Der Dubliner hat seinen Partner Erney bereits 2009 in Südafrika geheiratet.

Jene 187 Paare, die sich seit der Volksabstimmung für eine Eingetragene Partnerschaft angemeldet haben, können ebenfalls stattdessen gleich heiraten. Die erste gleichgeschlechtliche Eheschließung könnte es deshalb heute noch im Laufe des Tages geben.

Jene 2.054 Paare, die sich seit 2011 in Irland bereits verpartnert haben, müssen fünf Tage warten, bis sie heiraten können – hier könnte es die ersten Eheschließungen also am Freitag geben. Am längsten müssen Paare waren, die erst ihr Aufgebot bestellen: Zwischen diesem Tag und dem Hochzeitstermin müssen laut irischem Recht mindestens drei Monate liegen.

„Nach Jahren des Wartens auf diesen Tag ist das für uns ein ganz außergewöhnlicher Moment“, freut sich auch die irische Senatorin Katherine Zappone. Sie wollte im Jahr 2006 ihre in Kanada geschlossene Ehe anerkennen und scheiterte vor dem Höchstgericht.

Die irische Bevölkerung hatte sich am 22. Mai mit einer Mehrheit von 62,1 Prozent für eine Öffnung der Ehe ausgesprochen. Es war das erste Mal, dass in einem Land die Ehe durch einen Volksentscheid für schwule und lesbische Paare geöffnet wurde. Nach einigen gerichtlichen Anfechtungen der Ehe-Gegner konnte das entsprechende Gesetz am 30. Oktober durch die Präsidialkommission unterzeichnet werden.