Basketballspieler Michael Wright durch Ermordung geoutet

Durch seine Ermordung wurde ein US-Basketballspieler geoutet: Der Profi Michael Wright wurde letzte Woche mit einer Kopfwunde tot in seinem Auto gefunden, während auf seinem Handy noch die Dating-App Grindr offen war.

Der 35-jährige Wright wurde letzten Dienstag vormittags in Flatbush, einer Gegend im New Yorker Stadtteil Brooklyn, tot in seinem Lexus SUV gefunden. Wie die „New York Daily News“ berichten, war das Auto am Straßenrand abgestellt worden. Die Leiche wurde auf dem Rücksitz gefunden, bedeckt von schwarzen Müllsäcken. Todesursache soll eine schwere Schädelverletzung gewesen sein.

Fast eine Woche davor wurde Michael Wright zuletzt lebend gesehen: Er lebte in einer Wohngemeinschaft in Closter im US-Bundesstaat New Jersey. Sein Mitbewohner meldete ihn auch als vermisst.

Im Auto fand die New Yorker Polizei auch das Handy des Basketballspielers. Dort war noch die bekannte schwule Dating-App Grindr geöffnet. Nun vermutet die Polizei, dass Michael Wright seinen Mörder über das Internet kennengelernt hat. Details geben die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.

Für die Familie von Wright ist das ein doppelter Schock. Denn sie wussten offenbar nichts von dessen sexueller Orientierung. Gegenüber den „New York Daily News“ erklärte sein älterer Cousin Randolph Berry, das er nicht wusste, dass der Profisportler homosexuell gewesen sein könnte.

Michael Wright begann seine Profikarriere im Jahr 2001 bei den New York Knicks. In der Saison 2004/2005 spielte er für Alba Berlin, wo er vor allem wegen einem mutmaßlichen Dopingvergehen in Erinnerung blieb. „Ein Drama, das mir in der Seele weh tut! Er war ein ganz feiner Kerl, der die allerschwierigste Kindheit hinter sich hatte. Da möchte man gar nicht alles wissen“, trauert auch Albas Manager Marco Baldi gegenüber der „Bild“-Zeitung um seinen ehemaligen Teamkollegen.

Zuletzt spielte Wright Anfang 2015 für kurze Zeit in Frankreich bei Cholet. Er spielte auch lange in der Türkei, hatte deshalb neben der US-amerikanischen auch die türkische Staatsbürgerschaft. Familienmitgliedern zufolge wollte er der 35-Jährige noch zwei Jahre in Europa spielen, bevor er seine Profi-Karriere beenden wollte.

Michael Wright zu Ehren haben die Wildcats, das Basketballteam der Universität von Arizona, gestern vor ihrem Spiel eine Schweigeminute eingelegt. Er spielte im Jahr 2001 für das Team.