England: Trans-Frau in Männergefängnis tot aufgefunden

In Leeds in Großbritannien ist eine Transgender-Frau tot in einem Männergefängnis gefunden worden. Über die Gründe des Todes gibt es keine weiteren Hinweise. Zuvor hatte sie Freunden gegenüber angekündigt, sich im Gefängnis das Leben nehmen zu wollen.

Die 21-jährige Vicky Thompson lebte seit ihrer Teenagerzeit als Frau, unterzog sich nach Informationen ihres Anwalts aber keiner chirurgischen Geschlechtsanpassung.

Im August wurde sie zu 12 Monaten Haft verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Da sie die Bewährungsauflagen verletzte, musste sie ihre Haftstrafe absitzen. Obwohl sie darum bat, ins Frauengefängnis von New Hall zu kommen, wurde sie ins Männergefängnis von Armley in West Yorkshire eingewiesen.

Dort starb sie letzten Freitag. Über die Gründe ihres Todes gibt es bis jetzt keine Informationen. In einer offiziellen Stellungnahme bestätigt das Gefängnis, dass Thompson „am Abend des 13. November unansprechbar aufgefunden“ wurde. „Beamte und Notärzte versuchten, sie wiederzubeleben, aber um 20.48 wurde sie für tot erklärt“, so die offizielle Stellungnahme weiter.

Ihr Freund Robert Steele hat am Tag vor ihrem Tod noch mit ihr gesprochen. „Sie mochte es dort nicht, weil die Leute Sachen zu ihr gesagt haben, weil sie sich als Frau gekleidet hat“, erinnert er sich gegenüber der BBC.

Mohammad Hussain, der Anwalt von Vicky Thompson, beschreibt sie als verletzbare Transgender-Frau. Freunden gegenüber soll sie auch angekündigt haben, sich das Leben zu nehmen, wenn sie die Strafe in dem Männergefängnis absitzen muss.

Wie die Tageszeitung „The Independent“ berichtet, ermittelt der für die britischen Gefängnisse zuständige Ombundsmann nun die näheren Umstände ihres Todes. Für die Polizei von West Yorkshire gilt die Todesursache als „nicht verdächtig“.