Paris-Terrorist Abdeslam Stammgast in Brüsseler Schwulenbars?

Salah Abdeslam, einer der mutmaßlichen Attentäter von Paris, war in seiner Heimatstadt Brüssel offenbar Stammgast in Schwulenbars. Das soll die Auswertung mehrerer Überwachungskameras ergeben haben, schreibt das belgische Nachrichtenportal „LaLibre.be“

Demnach soll Abdeslam Ende Oktober im Brüsseler Stadtteil Saint-Jacques regelmäßig in vier bis fünf Szenenlokale gegangen sein. „Wir haben ihn für einen Stricher gehalten. Er verkehrte immer in derartigen Kreisen“, erinnert sich Julien, Barkeeper in einem der Lokale, gegenüber der „Sunday Times“.

Frauenheld in Schwulenbars?

Die Besitzer der Lokale wurden bereits Anfang letzter Woche von der Polizei befragt. Warum sich Salah Abdeslam regelmäßig in der Brüsseler Schwulenszene aufgehalten hat, ist unklar. Seine Freunde berichten, dass er vor seiner Radikalisierung ein Frauenheld gewesen sei und sie ihn nicht für schwul hielten. „Er hatte viele Mädchen – nahezu in jeder Nacht eine andere“, zitiert eine französische Zeitung einen früheren Bekannten des 26-jährigen.

Die „New York Post“, ein US-Boulevardblatt, deutet an, Abdeslam habe „Geschmack an schwulem Sex“ gefunden – allerdings ohne dies näher zu erklären. Für einen Terroristen, der auf Geheiß der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) agiert, wäre das sehr ungewöhnlich. Homosexualität wird von den Extremisten mit der Todesstrafe geahndet.

Ausweise gestohlen oder Ziele ausspioniert?

Eine weitere Theorie besagt deshalb, dass Abdeslam in den Szenenlokalen Ausweise gestohlen haben könnte. So wurden Ende Oktober, als der Terrorverdächtige in den Lokalen gesehen wurde, mehrere Diebstähle von Personalausweisen und Führerscheinen in der Gegend gemeldet. Doch die belgische Polizei kann derzeit auch nicht ausschließen, dass der im Brüsseler Vorort Molenbeek wohnhafte Abdeslam einen Anschlag auf die bunte Schwulenszene der Stadt verüben wollte.

Salah Abdeslam ist derzeit auf der Flucht. Derzeit wird er in Belgien vermutet, in Brüssel gilt auch deshalb seit dem Wochenende die höchste Terrorwarnstufe. Er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, insgesamt 2000 Beamte suchen ihn. Die Staatsanwaltschaft warnt die Bevölkerung, dass er „eine weite Jacke, womöglich einen Sprengstoffgürtel“ tragen könnte. Auch könnte er sich mit einer Brille und einer Perücke verkleiden und unter dem Namen Yassine Baghli unterwegs sein, so die Behörden.

Auch Abdeslam sollte als „Märtyrer“ sterben

Der 26-Jährige ist dringend tatverdächtig, einer der Attentäter zu sein, die am 13. November bei mehreren Anschlägen in Paris mindestens 130 Menschen ermordet und 350 verletzt haben. Er soll in Belgien jene Autos angemietet haben, mit denen die Terroristen unterwegs waren. Einem Bericht der britischen Tageszeitung „Independent“ sollte auch Abdeslam bei dem Attentat ursprünglich wie sein Bruder Brahim als „Märtyrer“ sterben, habe jedoch im letzten Moment einen Rückzieher gemacht.