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[Galerie] Kriegshelden als ungewöhnliche Pin-ups

Normalerweise fotografiert Michael Stokes perfekte Männerkörper, die er kunstvoll in Szene setzt. Nun hat der US-Amerikaner mit dieser Regel gebrochen – und ein beeindruckendes Zeitdokument geschaffen.

In seinem aktuellen Bildband „Always Loyal“ hat Stokes Veteranen fotografiert. Sie haben im Krieg ein Bein, einen Arm oder noch mehr Körperteile verloren – doch nicht den Glauben an sich selbst. Und so zeigt der Fotograf diesmal eine auf den ersten Blick eigenartige Mischung von Realität und Hochglanz-Fotografie: Muskulöse Kerle voller Tattoos – mit einer Prothese oder ohne Bein. Eine Soldatin, die er als Venus von Milo inszeniert, weil sie keine Arme mehr hat. Ein Soldat ohne Unterschenkel, der an zwei Seilen hängt wie Jesus am Kreuz. Keine Frage: Michael Stokes weiß um die Macht der Bilder, die Kraft der Inszenierung. Auch der Titel des Bildbandes, „Always Loyal“, macht klar, worum es in dem Buch geht. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Krieg, der Treue zum Vaterland – ohne diejenigen zu kritisieren, die sich in die vorderste Linie gestellt haben.

Stokes Models sind schön wie immer, verstören ein wenig durch ihre Behinderung auf den zweiten Blick – um bei erneutem Hinsehen ihre ganze Kraft zu offenbaren.