Home News Szene Michael Jeannée beleidigt Gery Keszler – dessen Antwort ist großartig

Michael Jeannée beleidigt Gery Keszler – dessen Antwort ist großartig

Es war eine kleine Sensation, die am Freitag in der ORF-Sendung „Great Moments“ verkündet wurde: Gery Keszler, Vater des Life Ball, wird im Frühjahr 2016 bei der zehnten Staffel der ORF-Show „Dancing Stars“ teilnehmen. Österreich applaudierte – mit einer Ausnahme.

Michael Jeannée, altgedienter Reporter-Haudegen und 72-jähriger Kolumnist der „Kronen Zeitung“, fühlte sich bemüßigt, Keszler am Sonntag für diese Entscheidung zu kritisieren. Aufgrund des Verkaufs durch Zeitungstaschen hat die Boulevardzeitung an diesem Tag die höchste Auflage.

„Betroffenheit für die Life-Ball-Absage minimal“

So schreibt der ehemalige Society-Reporter in einer „Post von Jeannée“, seine „Betroffenheit über ihre kürzlich Absage des Life Balls 2016“ sei „minimal“, und sein „Lese-Interesse an Ihren larmoyanten Endloserklärungen hierfür“ sei „lau“, weil das „AIDS-Show-Geschwofe im Wiener Rathaus war nie wirklich meins“.

Warum dies so ist, verrät Jeannée nicht – vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass es am Life Ball als Zeichen der Solidarität keine Gästeliste gibt – und Jeannée unter anderem nachgesagt wird, als Society-Reporter über Veranstaltungen sehr kritisch berichtet zu haben, wenn er statt französischem Champagner nur Sekt bekommen habe.

Jeannée will Keszler nicht bei Dancing Stars

Dafür sei er ein großer Fan von „Dancing Stars“, offenbart der 72-Jährige – und dass Keszler an der TV-Show teilnehme sei für Jeannée „maximal freundlich ausgedrückt, problematisch“. Denn nun würde man „die wahren Motive für Ihre Absage des Life Balls kennen“, orakelt der Ex-Reporter. Außerdem würde es die Jury nicht wagen, Keszler aus dem Bewerb zu wählen – aus „nachvollziehbaren… ahhh… zeitgeistigen Gründen“.

Dann ätzt Jeannée in seiner Kolumne noch über den „Promi-Abstieg“, der Keszler in der ORF-Show erwartet: „Seite an Seite mit Thomas May, der männlichen Lottofee, statt mit Jean Paul Gaultier, im Scheinwerferlicht mit der Jazz-Gatti statt mit Sharon Stone und in den ‚Seitenblicken‘ mit Kickboxer Fadi Merza statt mit Elton John bedeutet einen televisionären Abstieg ins Bodenlose“, ätzt der Mann, der im vorigen Jahrhundert die Society-Berichterstattung in Österreich beherrscht hat.

Keszler steht hinter seinen Tanz-Kollegen

Diese Beleidigungen will Gery Keszler nicht auf sich sitzen lassen. Auf Facebook antwortet er dem „Krone“-Kolumnisten. Dieser würde „beschmutzen, ohne Taten zu setzen“: „Der abschätzige Vergleich über die Mitwirkenden von Dancing Stars mit Jean Paul Gaultier, Sharon Stone oder Elton John ist zynisch und unangebracht, denn die meisten dieser Österreicher haben den Life Ball früher und länger unterstützt als die genannten Superstars. Sie haben meinen tiefen Respekt und großen Dank. Menschen wie Jazz Gitti haben von Anfang an mitgeholfen, den Life Ball groß zu machen“, richtet er ihm über das soziale Netzwerk aus.

Keszler hat nicht mit dem Life Ball pausiert, um im Fernsehen zu tanzen, eher hat sich durch die Absage ein Fenster geöffnet: „Ich tanze für den Life Ball weil ich hoffe, diese große mediale Plattform für die Werte und Ziele des Life Ball nützen zu können und habe ehrlich gesagt große Angst davor, mich lächerlich zu machen. Aber ich werde meine Gage für ein österreichisches Aidshilfsprojekt zur Bekämpfung von Stigmatisierung zur Verfügung stellen“, erklärt der Vater des Life Ball auf seinem Facebook-Profil.

Jeannée fehlen „Manieren, Moral, Respekt, Charakter, Klasse, Anstand, Vertrauen, Liebe“

Denn: „Die schönste Bewegung im Kampf gegen AIDS ist der Tanz!“, zitiert Gery Keszler ein früheres Motto des Life Ball. Er tanze bei „Dancing Stars“, „um ein Zeichen für die Lebensfreude, Energie und für Fitness zu setzen“ und „gegen Berührungsängste mit HIV+ Menschen“ anzutreten.

Michael Jeannée schreibt er hingegen ins Stammbuch: „Ihnen fehlt es leider gänzlich an Manieren, Moral, Respekt, Charakter, Klasse, Anstand, Vertrauen und wahrscheinlich auch besonders an Liebe!“

Einen Wermutstropfen hat dieser Streit allerdings: Die „Kronen Zeitung“, die Gery Keszler und den Life Ball über ihren Star-Kolumnisten nun angreift, war über Jahre Partner des Balls. Kritik, dass das Blatt homophoben Autoren und Leserbriefschreibern eine Plattform biete, prallte damals an Keszler ab.