Kriminalisierung von Schwulen schadet der HIV-Prävention

Ob Nigeria oder Uganda – viele afrikanische Länder haben in den letzten Jahren ihren Kurs gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verschärft, Das erschwert aber die HIV-Prävention in den betroffenen Ländern. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie im Auftrag der britischen Regierung.

Die Lage ist trist: In Pakistan und Teilen Nigerias droht Schwulen die Todesstrafe, in Barbados, Guyana, Sierra Leone, Uganda und Sambia lebenslange Haft. Mehr als zwanzig weitere Mitglieder des Commonwealth bestrafen gleichgeschlechtliche Handlungen mit mindestens zehn Jahren Gefängnis.

Den Ursprung haben die meisten dieser Gesetze in der britischen Kolonialzeit, als britisches Recht einfach in den ehemaligen Kolonien übernommen wurde. Doch während Großbritannien das Verbot von Homosexualität ab 1967 schrittweise aufhob, sind der entsprechende Paragraph und seine Nachfolger in 40 von 53 Ländern des Commonwealth noch immer gültig.

Das erschwere unter anderem die HIV-Prävention, heißt es in einer aktuellen Studie der britischen Regierung, die Präsident David Cameron bei einem Treffen der Commonwealth-Nationen in Malta präsentiert.

Die Folgen dieser Politik sind verheerend: So gibt es in den Staaten des Commonwealth 60 Prozent der HIV-Infizierten, obwohl sie nur 30 Prozent der Weltbevölkerung stellten. Ein Grund dafür sei, dass HIV-Prävention unter schwulen Männern in Ländern, in denen Homosexualität illegal ist, „wegen der doppelten Stigmatisierung“ praktisch unmöglich sei.

Das führe wiederum zu „risikoreicherem Sexualverhalten“, und weniger Hilfe für Betroffene, weil die entsprechenden Hilfsorganisationen Angst haben, dann selbst kriminalisiert zu werden. „Man bekommt die Aids-Krise nie unter Kontrolle, solange schwule Männer stigmatisiert werden“, erklärt Johnathan Cooper, Leiter des Human Dignity Trust, der die Studie mit ausgearbeitet hat.